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erleben, schmecken, träumen

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erleben, schmecken, träumen | story.one

Juhu, Sonntag! Meine bunte Schürze umgebunden, stehe ich am Herd. In der Pfanne brutzelt das Gemüseragout, mit dem ich die Melanzani füllen werde. Es duftet nach Kreuzkümmel, Zwiebel und Knoblauch. Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Die Kartoffeln für das Beilagenpürree blubbern im kochenden Wasser. Der Auflauf schmort im Ofen, bis der Feta eine hellbraune Kruste bekommt. Das wird ein Gaumenschmaus! So wie gestern…

Zeit, mich zu erinnern. An das mediterrane Abendessen, das uns so exzellent geschmeckt hat: Muscheln in Knoblauchsud und orientalisches Moussaka. Der perfekte Ausklang eines spannenden Abends. Immanuel und ich, wir beide, sitzen auf wackeligen grün-gestreiften Holzstühlen, es duftet nach Pizza Ruccola. Von der Decke baumeln Glasmosaiklampen in allen Farben. So wie in unseren Herzen noch die vielen, vielen Geschichten schwingen, während wir unseren Durst löschen.

Wie bunt war dieser Nachmittag, wie unterschiedlich die Menschen, wie berührend ihre Erzählungen. Im Rückblick kann ich gar nicht fassen, wie leicht mir das Stillsitzen gefallen ist. Darin liegt sonst nicht meine Stärke. Aber heute waren meine Ohren gespitzt, wie die von Mona-Lena, wenn sie der Musik lauscht. Mein Atem war ruhig und das Spüren groß, wie bei Andrea und Sarah, wenn sie meditieren. Mein Gesicht reflektierte das Strahlen von Glückmomenten, wie sie Mariefu erlebt oder Maximilia, wenn sie endlich die Sonne gefunden hat.

Scheißallein habe ich mich gar nicht gefühlt, vielmehr brachte mich Katharina mit lustigen Einlagen zum Lachen. Mit Alexandra und Eva schmunzelte ich über dolce far niente und Bücherliebe, mit sea_me durften wir nach Hause gehen. Flaco und Valeria versetzen mich gekonnt in atemlose Spannung. Jakob, Heidi, Roland und Seilenna berührten mich sehr. So hat sich jede und jeder irgendwie in mein Herz gelesen und einen besonderen Geschmack hinterlassen.

Als ich selber vorne stand und ins Publikum sah, schoss mir das Adrenalin ein. Doch Martin stellte uns alle so freundlich und wertschätzend vor, rollte uns mit seinen Überleitungen den atmosphärischen roten Teppich aus. Seine positive, begeisternde Energie steckte an, sich zu zeigen und zu öffnen. Danach ging das Lesen wie von selbst, naja – fast!

„Wie wird meine Geschichte ankommen?“, ist wahrscheinlich die am häufigsten gedachte Frage des gestrigen Abends, oder ging es nur mir so?

In der Pause angelte ich mir die anderen beiden Bücher an der Kassa, damit ich zuhause in Ruhe alle Storys nachlesen kann. Gerne hätte ich mich mit allen story.one Autor*innen näher bekannt gemacht. Das müssen wir einfach per Chat oder beim nächsten story.slam nachholen!

Die Heimfahrt von Linz verging wie im Flug, so wie der tolle Abend zuvor. Ich bin heute immer noch begeistert, inspiriert, froh. Übrigens habe ich einen neuen Pyjama, weich und kuschelig: Im story.one T-Shirt Größe XL habe ich super erholsam geschlafen und von Geschichten am Lagerfeuer geträumt 😉.

© Monika Bayerl 08.03.2020

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