Oh, wie das knisterte! Die erste Nacht...

Valentinstag 2003. Elli und Max, gerade frisch verliebt, fuhren zu einem wunderschönen Ausflug in die Therme. ER träumte von einem entspannten Feierabend - SIE von romantischer Zweisamkeit.

Händchen haltend schlüpften sie aus der Umkleidekabine. Sinnliche Momente warteten auf die beiden, sie hatten nur Augen füreinander. Ein bisschen nackte Haut beflügelt schließlich die Fantasie. Dagegen zogen alle anderen Szenen wie ein langweiliger Fernsehspot, den man auf lautlos gestellt hat, im Hintergrund vorüber.

Blubbernd schäumte das warme Blau im Whirlpool und brachte Elli zum Lachen. Max umarmte sie, wie sehr er ihre Nähe doch genoss. Langsam wurde es Zeit für den Saunagang. Aufwärmen bei 90 Grad Celsius, Aufguss, weiter schwitzen, Aufguss. Elli hatte genug. Ob sie schon rausgehen sollte? Ohne ihren Liebsten? Nö, besser noch durchhalten. Nachdem der dritte Aufguss endlich durch war, wurden die Duschen gestürmt.

Da hatte Max seine Freundin aus den Augen verloren. Wollte sie sich abtrocknen? Plötzlich große Aufregung: Eine junge Frau lag am Boden und wurde von einigen Saunagästen umringt. „Sie ist ohnmächtig“, erklärte jemand und rief nach den Sanitätern. Aber wo steckte Elli? Erst als Max seine Brille aufsetzte, traf ihn die Erkenntnis: Die umgefallene Frau war seine eigene Freundin! Und er hatte noch den dumpfen Aufschlag gehört….Hilfe! Hastig bückte er sich zu ihr und rief ihren Namen, sie wachte gar nicht auf! Er war verzweifelt.

Mittlerweile war der Rettungsdienst eingetroffen, Ellis Beine wurden hoch gelagert, langsam kam sie zu sich. Benommen erkannte sie Max Stimme neben sich. Sie hielten sich fest an der Hand, eine freundliche Frau deckte Elli mit einem Handtuch zu. Peinlich alles, irgendwie…

„Auf Grund der Gehirnerschütterung werden wir sie ins Krankenhaus bringen“, meinte der Arzt an Max gewandt. Ob er mitkommen wolle? Klar.

Max, selbst noch halb entkleidet, tummelte sich, während man seine Freundin behutsam in den Rettungswagen manövrierte.

Nach der Aufnahme und dem Schädel CT im Spital gab es – Gott sei Dank – Entwarnung, jedoch sollte Elli zur Beobachtung eine Nacht da bleiben. Na toll, und Max?

Er saß die ganze Nacht in einem klapprigen Plastikstuhl an ihrem Bett, Händchen haltend und besorgt. Das einzig Knisternde war der Monitor am anderen Ende des Zimmers. Ihre erste gemeinsame Nacht…wie aufregend!

PS: Sex und Erotik werden womöglich überbewertet…Max und Elli sind immer noch ein Liebespaar!

© Monika Bayerl