The Last Two for Joburg

München. London. Oktober 2007.

Wir sind auf dem Weg nach Südafrika, die ehemalige Heimat von Immanuel. Die Aufregung ist groß: Eine Entfernung von läppischen 13.000 km und ein ganzer Kontinent liegen vor uns. Unsere Stimmung könnte nicht besser sein. Nun sind wir pünktlich gestartet und fiebern dem Abenteuer entgegen. Schließlich ist dieser Urlaub wochenlang vorbereitet und geplant, was soll da schon schiefgehen? Na ja,… klar, um die Gepäckstücke sorgt man sich logischerweise, ob sie nach der Ankunft am Ausgabeförderband liegen werden… und ob man alles eingepackt hat, was wichtig ist... und wie einem das Essen schmecken und ob man sich überhaupt zurechtfinden wird...und-und-und. Wenn man so ein assoziativ denkfreudiges Gehirn wie ich hat, kann man sich leicht den einen oder anderen Gedankenstrom ausmalen.

Nun aber volle Konzentration: Nach Johannesburg werden wir in die Hafenstadt Port Elizabeth fliegen, um zur Tour entlang der berühmten Gardenroute aufzubrechen. Ziel: Der Hotspot Südafrikas - das wunderschöne, strahlende Kapstadt.

Aber erst einmal heißt es zwischenlanden und die Formalitäten am Flughafen über sich ergehen lassen. Prima, läuft ja wie am Schnürchen! Applaus für die sichere Landung, die Gangway entlang zum Terminal, alles kein Problem. Wir wollen ja nicht einreisen, sondern zum Weiterflug einchecken. Eine ungeheure Geräuschkulisse empfängt uns. Kein Grund in Hektik zu geraten. Man lässt sich in gemächlicher Fließgeschwindigkeit mit der Menschenmenge treiben.

Vor uns baut sich ein Labyrinth aus Metallgittern auf, die in Bahnen und Windungen zur Passkontrolle führen. Unser Zeitpuffer beträgt eineinhalb Stunden, das sollten wir locker hinkriegen. Ein bisschen Stehen, nach dem ohnedies geringen Sitzkomfort in der Economy Class, hat noch niemandem geschadet. Schritt für Schritt rücken die Passagiere vorwärts, das Piepsen des Metalldetektors kommt näher. Seltsam, was geht da vor sich? Neugierig riskieren wir einen Blick auf den Fluggast vor uns. Was, um Gottes Willen, hat der mit seinen Schuhen vor? Tatsächlich, hier muss der Körperscanner in Socken durchschritten werden. Meine Augenbrauen heben sich, ein Fragezeichen erscheint auf meiner Stirn. Echt jetzt? Immanuel kann es auch nicht fassen. Britische Gründlichkeit, wie es aussieht. Vorschrift ist Vorschrift.

Wir fügen uns dem Schicksal, Hauptsache wir sind durch. Unser Gepäck lässt nicht lange auf sich warten, hurra! Jetzt heißt es die Übersicht bewahren, ein Rundumblick könnte hilfreich sein. British Airways? Ah, dort drüben.

Erfreut reichen wir der Dame unsere Tickets. Sie ruft entsetzt: "Boarding has closed. Take off in ten minutes!" Augenblicklich fallen wir aus allen Wolken. WHAT the ...heißt das, wir sind zu spät dran? Die Lady fasst sich ein Herz, der Lautsprecher kratzt: "The Last Two for Joburg! Hurry up!“In Windeseile werden wir wie zwei VIPs zum Gate geschleust. In letzter Sekunde - South Africa: We're coming!

© Monika Bayerl