Die beissende Fledermaus!

Eine Woche Rom! Zum Geburtstag gibt es für Irma als Geschenk von ihrem Mann einen Reise-Gutschein und einen Strauß weißer Tulpen. Was für eine Freude!

Kurz wundert sich Irma, dass der sportbegeisterte Ehemann mit ihr eine ganze Woche durch Kirchen, Museen und Boutiquen streifen will, da kommt schon die Korrektur. Nein, nicht er, sondern seine Frau Mama wird sie begleiten. Er hat auch ihr den gleichen Gutschein geschenkt. Nun ja.

Es sind nur noch wenige Tage bis zur Reise, da kommt der graugetigerte Kater Max mit einem flatternden schwarzen Tier im Maul in die Küche. Eine Fledermaus! Sie lebt noch und stößt hohe leise Schreie aus. Max sucht unterm Esstisch einen sicheren Platz zum Verzehr seiner Beute.

„Gib her, lass aus! Böser Max!“ Irma rutscht auf Knien hinter dem Kater her und versucht, das flatternde Tier zu retten und dem Kater zu entreißen. Sie greift danach – da beißt die Fledermaus zu!

Der Biss blutet, geht tief in den Daumen und schmerzt. Irma verarztet sich notdürftig, unterm Tisch sind malmende Geräusche zu hören.

Sie ruft den Gatten an, berichtet über den Vorfall und den vor Schmerz pochenden Daumen. Unbedingt zum Arzt gehen, rät dieser besorgt. Der Arzt schüttelt den Kopf über die Max-Erzählung und verschreibt eine 10-tägige Tollwut-Spritzenkur.

Bella Roma.

Mit Schwiegermutter.

Und einer täglichen Tollwut-Spritze, eigenhändig in den Bauch gestochen.

© Monika Bundt