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Ich habe es getan…

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Ich habe es getan… | story.one

Soeben habe ich meiner besten (Schul)Freundin aus alten Tagen ein Mail geschrieben. Meinem Päulchen Panther. Nun hoffe ich einerseits, dass die beiden gefundenen Mail-Adressen noch aktuell sind und andererseits, dass auch Antwort kommt. Da ich den Grund nicht mehr weiß, warum unser Kontakt so abrupt abgebrochen ist, habe ich mich kurzgefasst. Mit freudiger Erwartung hoffe ich, dass es klappt.

Auch wenn jeder eine andere Richtung eingeschlagen hat, kann man sich ja trotzdem in der Mitte (wieder) finden. Falls es unerwarteterweise nicht klappen sollte, werde ich trotzdem all ihre Briefe ordnen und aufbewahren. Es ist ein wichtiger Teil meines Lebens und etwas Wertvolles.

Der letzte gemeinsame Urlaub in Caorle hat mir gezeigt, dass wir verschiedener Ansichten sind. Da gab es so manche Diskussionen. Irgendwie hat sie mich spüren lassen, dass ich zu viel Gewicht auf den Rippen habe. Sie selbst hielt sehr viel auf ihr Äußeres. Das nervte mich öfters. Sie stand immer länger vor dem Spiegel, bis sie endlich fertig war. Jeder ist eben anders. So soll es auch sein. Ich war früher von ihr anderes gewohnt. Andererseits es ist doch schön, wenn Frau auf sich schaut. Vielleicht war auch ein wenig Neid dabei? Nach vielen Gewichtsreduktionen habe ich leider wieder alles zugenommen. Schlussendlich mehr als vorher. Ich bin leider ein Frustesser. Meine Mutter hat mir das vorgelebt. Soll jetzt keine Ausrede sein.

Doch all das kann kein Grund sein, dass eine langjährige Freundschaft nicht funktionieren könnte. Es ist doch egal, wie man aussieht, es ändert sich ja der Charakter nicht. Ich finde es oft erfrischend, wie unterschiedlich wir alle sind. In jedem verrückten, ungewöhnlichen oder aus der Reihe tanzenden Menschen steckt auch sehr viel Positives. Es muss einfach entdeckt werden. Ein paar Jahre vorher hatten wir einen wundervollen und so einen lustigen gemeinsamen Urlaub in Rust verbracht. Den werde ich niemals vergessen. Ich erinnere mich an eine Weinprobe in einer Vinothek. Der Inhaber war etwas skeptisch als wir uns wegen ein paar Weinen erkundigten.

Doch dann hat er uns einen Wein nach dem anderen zur Probe kredenzt. Egal, ob Rot oder Weiß, ob etwas fruchtiger oder resch. Die Stimmung stieg sehr und bald waren wir nicht die einzigen. Es wurden uns noch kleine Häppchen serviert. Ein älterer Herr hat mit uns geflirtet. Als wir dann unsere Bestellung aufgegeben haben sind wir dann leicht angetrunken ins Seehotel Rust gewackelt. Gleichzeitig haben wir festgestellt, dass der ältere Herr gar nicht so schlecht ausgesehen hat. Wir lachten herzhaft darüber. Wir haben ihn einfach schön getrunken. Vor dem Nachtmahl sind wir noch in den Wellnessbereich gegangen. Wir mussten uns einfach ein wenig ausruhen. Wir waren anfangs auch allein und konnten noch über so manchen Vorfall bei der Weinprobe herzhaft lachen. Leider war nicht lange Ruhe. Beim Abendessen hätte ich am liebsten die ganzen Vorräte an Mineralwasser ausgetrunken. Wahnsinn!

© Moschu 22.05.2020

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