Lebensretter auf vier Pfoten

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Lebensretter auf vier Pfoten | story.one

Kaum hatte der Winter begonnen, machten die beiden Freunde Leo und Paul gemeinsam mit ihrem schneeweißen Hund Rudolf einen Ausflug in die Alpen. Sie wollten nicht nur Ski fahren, sondern auch eine Bergtour zu den höchsten und luftigsten Höhen in Angriff nehmen. Das Abenteuer begann mit der Skiwanderung in einer Höhe von etwa 2000 Metern. Auf dem Weg trafen sie auf viele Warnschilder und Hinweise. Am erschöpften Heulen des Hundes wusste Leo bereits, dass es Zeit für eine Rast war. Dann ging es weiter zum Gipfel. Die Aussicht war phänomenal und würde sicher jedes computeranimierte Bild übertreffen. Nicht nur die Bäume der Wälder und die Orte im Tal, sondern auch alle Skifahrer waren vergleichbar mit Ameisen. Die Sonne schien hell und keine Wolke war am Himmel zu sehen. Paul wollte sich den atemberaubenden Moment nicht entgehen lassen und hatte vor, den Augenblick mit einem Foto festzuhalten. Leo und sein schneeweißer Begleiter Rudolf brachten sich in eine gute Position auf und waren für das Foto bereit.

Doch was dann geschah, fällt in die Kategorie "unglaublich"! Die weiße Gefahr im Gebirge, eine Lawine, ging in unmittelbarer Nähe der drei ab. Ehe sie etwas unternehmen konnten, rutschte der Boden unter ihnen weg. Das Gewicht einer Lawine kann viele Tonnen betragen. Nichts und niemand konnte ein Hindernis für sie darstellen. Das galt natürlich auch für Leo, Paul und den Hund Rudolf, die unter die Lawine kamen. Das Schicksal sorgte jedoch dafür, dass die drei in einem Hohlraum bei einem Felsspalt eingeschlossen und nicht von der Lawine mitgerissen wurden. Durch ein mittelgroßes Loch gelangte frische Luft hinein. Nun schlug Rudolfs Stunde. Es gelang ihm aus dieser Höhle aus Schnee und Fels zu gelangen, indem er sich durchgrub und auch gleich laut zu bellen begann. Er flitzte los und sein Instinkt sagte ihm, dass er Hilfe holen musste. Die Bergrettung war über die Vorkommnissen bereits verständigt worden und konnte, nachdem der Hund die Bergstation der Gondelbahn erreicht hatte, mit der Such- und Rettungsaktion beginnen.

Für Rudolf, der den Weg kannte, war es keine große Herausforderung, zurück zu seinem Herrchen zu finden. Die Männer der Bergrettung fuhren ihm mit ihren Skiern und der Notfallausrüstung nach und gelangten nach wenigen Minuten über den Lawinenkegel zur Unfallstelle. Als sie dort ankamen, benötigten sie wenige Minuten, um die beiden Burschen zu orten und auszugraben. Die beiden Verschütteten wurden ans Tageslicht gezerrt und sofort untersucht. Leo und Paul waren wir durch ein Wunder unverletzt geblieben und konnten von den Bergrettern sicher ins Tal gebracht werden.

In den nächsten Tagen überschlugen sich die Schlagzeilen in den Tageszeitungen zu diesem Vorfall. Der Hund Rudolf zierte die Titelblätter und wurde als großer Held gefeiert. Ein Hund ist nicht nur der beste Freund des Menschen, sondern kann auch zum Lebensretter werden!

Nil Elzorkany, Rainergymnasium, 4D

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