Uiii...knappe Sache!

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Man kann es als gute Tat durchgehen lassen - aber ob es als richtige Menschlichkeit durchgehen kann, da bin ich mir nicht so sicher.....

Für diese nette Begebenheit entführe ich euch zunächst einmal in die Steiermark. Dort machen vier schon leicht überwuzzelte Mädels (o.k., wir Seniorinnen) ein paar Tage Entschlackungsurlaub.

Die Gegend ist wunderschön zum Wandern und zum Walken. Aber auch kulturell sind wir gerne unterwegs und soeben auch "sündig". Beim Vorbeiflanieren an einer äußerst einladenden Konditorei, werden wir schwach. Der Tag ist heiß, die Füße schmerzen uns schon, die Luft flimmert - und ich bin sicher, die Mehlspeisen haben uns zugewinkt - oder Fata Morgana? Egal. Ein Eiskaffee und so einiges mehr wird gleich glücklich-genüsslich bestellt.

Scheinbar nagt das schlechte Gewissen an uns, weil wir uns bald danach in der barocken Stadtpfarrkirche befinden. Nein, wir wollen nicht beichten - es geht um unseren "Kulturausflug", der wieder aufgenommen werden soll.

Ein herrlicher Duft empfängt uns beim Eintritt durch das Seitentor. Bald gewöhnen wir uns an die Dunkelheit, weil die Kirche nur spärlich beleuchtet ist. Der Wohlgeruch des wunderschönen Blumenschmucks schwebt förmlich durch das Kirchenschiff. Die Arrangements sind sichtlich für eine bevorstehende Hochzeit vorbereitet worden.

Nicht nur am und um den Altar sind Gestecke angebracht, auch die Bankreihen haben, entlang des Mittelgangs, jeweils ein Sträußchen mit langen Bändern bekommen. Doch da sehen wir es: Manche hängen schief, ein paar liegen schon am Boden. Wir versuchen jemanden Zuständigen aufzutreiben, finden aber niemanden. Was tun? Nicht auszudenken, wenn das Brautpaar womöglich demnächst kommt!

Und so betätigen wir uns kurzfristig als Floristinnen. Ist nicht so einfach ohne entsprechende Geräte und Drähte. Die Rosen wehren sich, unsere Finger sind etwas zerstochen, doch sind wir mit unserer Arbeit sehr zufrieden. Im letzten Augenblick "erwischt" uns die echte Floristin, die vollkommen aufgelöst mit Blumendraht hereinstürzt. Sie hätte es bemerkt, dass ihre Sträußchen sich selbstständig machen, sagt sie. Stress! Und: Danke! Und plötzlich: Die Lichter gehen an. Es kommen schon die ersten Gäste durch das nun geöffnete Hauptportal!

Glockengeläut setzt ein. Wir verschwinden durch den Seitenausgang .... eilen vor zum Hauptportal ... schließlich wollen wir noch "unser" Brautpaar sehen. ;-)

© Musenkussvielleicht