schlagfertige Antwort

Noch heute muss ich lachen, wenn ich mich daran erinnere...

Wir verbrachten unsere Semesterferien bei W´s Familie in Oberösterreich und ich fühlte mich sehr erwachsen. Das Autostoppen war neu für mich, ein richtiges Abenteuer. Ein schwarzer Porsche hielt und der Fahrer nahm uns von Wien- Hütteldorf bis nach Linz mit. Er legte diese Strecke in unter einer Stunde zurück! Ich kauerte auf der schmalen Rückbank und konnte meinen Blick nicht von seiner tätowierten Hand abwenden, die ganz entspannt auf seinem Oberschenkel ruhte. Mit dem linken Daumen lenkte er lässig das Fahrzeug, kaugummikauend. AC/DC in voller Lautstärke dazu versteht sich von selbst.

Highway to hell...ich versuchte, an etwas Schönes zu denken. Nie wieder steige ich in einen Porsche, beschloss ich im Stillen.

Der Empfang war sehr herzlich, ich schloss W´s Mutter und seine beiden kleinen Geschwister gleich ins Herz. Sein Vater war als Chauffeur der Chemiefaser noch unterwegs, ihn lernte ich erst später kennen. (Er sollte mich dann eine Woche später nach Wien mitnehmen und ganz direkt fragen, ob ich an Verhütung denken würde...ich wäre am liebsten in der Polsterung des Firmenwagens versunken).

W. zeigte mir die Stationen seiner Kindheit und Jugend. Für die Fahrt auf der Sachs Chopper ins "Watamu" (Waldcafe-Tanzmusik) zwang mir W´s Mama eine dunkelbraune Männerstrumpfhose auf. Absolut unpassend zu meinem neuen knallpinken Sweatminikleid mit Reißverschlüssen und Netzeinsätzen, hochmodern und supersexy. Gehorsam fügte ich mich. Wenigstens war es schon dunkel. Aber kaum angekommen, zog ich das Unding am WC aus und W. stopfte es in die Innentasche seiner Lederjacke. Ich hätte es ja lieber gleich entsorgt!

Eines Abends beschlossen wir, gemeinsam ein romantisches Bad zu nehmen. Im Studentenheim gab es ja nur Duschen. Wir gingen immer zusammen in die Herrendusche, denn aus der Damendusche war W. trotz meines Beiseins mehrfach rausgeschmissen worden von kreischenden Studentinnen. Den Burschen machte meine Gegenwart aber nichts aus.

Bei meinen Eltern waren wir noch nie dazu gekommen, außerdem spechtelte meine lästige kleine Schwester da immer gern durchs Lüftungsgitter unten in der Tür. Also nützten wir diese Gelegenheit, ließen uns ein duftendes Schaumbad ein und stellten Kerzen auf.

Im warmen Wasser wuschen wir einander den Rücken und die Haare, blödelten und schmusten. Und dann entkam mir ein richtig lauter...

Erschrocken schaute ich meinen Freund an und wurde knallrot. Ups, rutschte mir heraus und ich schämte mich sehr. Er aber lachte nur und meinte" Weißt du eh, dass man den jetzt im ganzen Haus gehört hat?"

Seine Eltern saßen nebenan im Wohnzimmer beim Fernsehen, und jetzt war mir mein menschliches Geräusch gleich noch viel peinlicher.

Schlagfertig rief ich laut und deutlich: "Pfui, du Schwein!" und grinste übers ganze Gesicht. Natürlich regte sich W. auf und wollte nach dem Bad klarstellen, dass er das nicht war. Glaubte ihm aber niemand! :-)

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