Die Kindheit meiner Großeltern

Die Personen die ich über das Thema „Landleben früher“ befragt habe sindmeine Großeltern Georg & Berta O. Sie wohnen beide im Bezirk Braunau,genau gesagt in Uttendorf. Sie haben vier Kinder, die sie regelmäßig besuchen.

Als ich die beiden über das Thema Schule fragte sagten sie mir, dass es früher weit nicht so viele Fächer gab. Rechnen und Lesen waren die Hauptfächer. Dafür hatten sie einen sehr schweren Schulweg. Sie mussten jeden Tag 5 km hin und zurück gehen und das barfuß. Vor allem ihre Strafen waren sehr unterschiedlich im Gegensatz zu heute. Mit dem Holzstaberl geschlagen zu werden oder das „Eckerlsitzn“ war früher ganz normal.

Als ich das Thema Kriegserlebnisse ansprach wurde es im Gesicht meines Opas sehr dunkel. Da meine Oma erst im Krieg geboren wurde, konnte sie hier nichts beitragen, doch mein Opa konnte viel darüber berichten. Er sah Hitler persönlich, weil der „Führer“ alle Schulen besuchte. Alle standen am Pausenhof und mussten den Gruß ausführen. Ein weiteres sehr prägendes Erlebnis ist der Tod seines Vaters: „Der Postler kam und stellte ein kleines Paket auf den Esstisch. Beim Hinstellen kullerte der Ehering meines Vaters heraus. Ab diesen Moment wussten wir alle, was passiert ist…“, erzählte er. Auch zu erwähnen ist, dass man sich immer flach auf dem Boden legen musste, wenn ein Bomber vorbeiflog. So geschah es, dass er einmal wenige Minuten nachdem ein Flugzeug drüber geflogen war, von Dachboden aus sah, wie der naheliegende Bahnhof bombardiert wurde.

Was das Thema Essen betraf gab es bei ihnen einen sehr lustigen Spruch: „Alleswas auf der Wiese wächst, ist gesund.“ So kam es, dass sie vor allem in derHerbstzeit viele Wiesenchampions aßen. Einmal die Woche gab es Fleisch,sonst gab es Kartoffeln oder einen „Sterz“. „Ein Sterz ist ein ausgekühlterPolenta.“, erklärt Berta.

Ich fand, dass die Kinder früher ein viel schwereres Leben hatten. Wir könnenuns glücklich schätzen das wir solche Sachen wie barfuß zur Schule Gehen oder„Eckerlsitzn“ nicht machen müssen. Im großen und ganzen glaube ich aber,dass die beiden eine schöne Kindheit hatten.

© Niklas Ortner