Außerirdische – gibt’s die?

Viele Wissenschafter kommen zu dem Schluss, dass es im Universum praktisch keine anderen Formen intelligenten Lebens geben dürfte. Wohl gemerkt „praktisch“, d.h. theoretisch mag ein solches Leben denkbar sein, doch wird man bei Entfernungen von mindestens einigen Lichtjahren zunächst nicht damit rechnen können, dass sich ein vernünftiges Wesen auf die Reise zu uns macht. Und warum auch sollte man sich das antun?

Wie aber wäre es mit einem Radiokontakt? Nein, ich denke nicht an intergalaktische Hitparaden, sondern an Funksignale. Die allerdings setzen so Einiges voraus: Zunächst muss es irgendwo im Universum spezielle astrophysikalische Rahmenbedingungen geben, auf deren Basis bestimmte zur Verfügung stehende Elemente die Entstehung besonderer Grundbausteine des Lebens begünstigen. Wie das genau geschieht, haben wir bislang noch nicht verstanden. Doch steht diese Tatsache nicht im Widerspruch dazu, dass es möglich ist. Was wir allerdings wissen ist, dass es nicht sehr wahrscheinlich sein dürfte. Jedenfalls dürfte es auch im Universum nicht alle Tage vorkommen.

Doch weiter: Aus diesen Grundbausteinen des Lebens müsste dann auf ebenfalls ungeklärte Weise eine überlebensfähige Flora und Fauna entstanden sein, aus der sich wiederum ein intelligentes Wesen entwickelt hat, das sich nicht selbst durch Kriege oder Umweltverschmutzung zugrunde richtet, sondern unermüdlich am Erhalt seiner Lebensgrundlagen arbeitet. Auch das klingt für mich nicht sehr wahrscheinlich. Zumindest erscheint es mir so nicht selbstverständlich.

Dieses Wesen müsste schließlich in der Lage sein, eine Kultur zu entwickeln, die neben der Verwendung von Funkwellen auch ein korrespondierendes Interesse an fremden Lebensformen fern des eigenen Erfahrungshorizonts umfasst. Aus der Erfahrung mit unserer Kultur wissen wir, dass diese Periode gemessen am Alter dieses Planeten und erst recht am Alter des Universums nicht einmal einem winzigen Funkeln entspricht. Um wieviel unwahrscheinlicher wird es dann sein, dass zwei solche „Nanofunkler“ im riesigen Universum gleichzeitig auftreten und auch vom Fremden registriert werden?

Letztlich aber erscheint dieser längere Gedankengang vielen auch deshalb schlüssig, weil ansonsten jene fremde Intelligenz doch schon längst mit uns Kontakt aufgenommen hätte. Ich jedoch kann dieser Schlussfolgerung in keiner Weise folgen, denn gäbe es tatsächlich außerirdische Lebewesen, so handeln diese ganz offensichtlich überaus intelligent, wenn sie praktisch jede Kontaktaufnahme mit dem Menschengeschlecht vermeiden.

Einige wenige Ausnahmen mögen diese Regel bestätigen. So soll angeblich Pressemeldungen zufolge Mitte der 90er Jahre im Oberen Waldviertel ein UFO gelandet sein. Meldungen dieser Art unterstützen nicht nur die Hypothese von der Existenz Außerirdischer, sondern zeugen überdies von ihrer Intelligenz, denn sie hätten ja auch anderswo landen können.

© Nikolaus-Gronau