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Frühstück am Boot

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Frühstück am Boot | story.one

Aufstehen bevor die Sonne über dem Meer aufgeht, das bedeutet gegen 4h30. Wir packen eine Badetasche, eine Kühltasche und nehmen eine Thermoskanne mit für Kaffee.

Die Kinder sind noch verschlafen. Omar ist gerade mal 2 Jahre, Yasmin 4 und Linda 11 Jahre alt. Ein wunderbarer Tag liegt vor uns.

Wir fahren ins Café Ben Yedder, das mitten im Zentrum Houmt Souks, der Hauptstadt Djerbas, liegt. Es liegt neben einem kleinen Park in dem Orangenbäume und Mimosen wachsen. Ein paar Kaffeehaustischen und -stühle stehen vor dem Eingang. Einige Männer sitzen bereits draussen, nippen an ihrem "Café au lait", "Direct" oder "Espresso", knabbern an ihrem Croissant oder Paté.

Wir kommen mit der Thermoskanne, lassen uns 4 Tassen "Direct" - Kaffee mit etwas Milch und Zucker - einfüllen und kaufen Croissants, Pains au chocolat und immer einige Paté (Blätterteig mit Thunfisch und Ei gefüllt).

Wir fahren zum Hotel, in dem mein Mann und ich arbeiten, gehen an den Strand, er ist Wassersport-Basisleiter, nehmen das Motorboot und packen unsere Taschen und das Frühstück und natürlich die Kinder drauf. Omar mit Schwimmflügerl und die Mädels mit Schwimmjacken gesichert.

Wir sausen Richtung Sonnenaufgang - es ist ein traumhafter Anblick, die Sonne spiegelt sich im Meer, das völlig ruhig vor uns liegt. Türkisblau.

Plötzlich tauchen Delfine neben unserem Boot auf. Flitzen unter dem Boot durch, springen, liefern sich ein Wettrennen mit uns. Beeindruckende Tiere, so flink, so neugierig, so angepasst an ihre Umgebung.

Wir ankern nach 30-minütiger Fahrt in der Nähe der Flamingo-Halbinsel. Jedes Jahr im Winter kommen tausende Flamingos nach Djerba um dort im seichten Wasser zwischen der Halbinsel und der Insel nach Futter zu suchen. Wie ein rosa Teppich sieht dies aus. Daher der Name: Flamingo-Halbinsel.

Glasklares, türkises Wasser, ich seh den Meeresgrund.

Wir packen unser Frühstück aus, nippen am Café, bröseln das Boot voll mit den Croissants & co und geniessen den warmen Morgen. Das Boot schaukelt langsam hin und her. Herrlich!

Die Kinder springen danach als erste ins Wasser, schwimmen, tauchen und lachen und juchzen vor Freude und Genuß. Ist das nicht wunderbar, seine Kinder so glücklich zu sehen?

Ich springe auch mit einem gelungen Köpfler über Bord und tauche nach einer beachtlichen Strecke erst wieder auf. Es ist so ein tolles Freiheitsgefühl im Meer zu schwimmen, den Grund zu sehen und die heissen, tunesischen Sommerstrahlen am Körper zu spüren. Ich liebe mein Leben, diesen langsameren Rhythmus, diese Art in den Tag zu starten.

Strahlende Gesichter sitzen nach einer Stunde wieder im Boot, als wir uns auf den Rückweg zur Wassersportbasis des Hotels begeben.

Das ist ein gelungener Start für mich, meinen Mann und natürlich auch für die Kids, die dieses Privileg erst einige Jahre später schätzen lernen werden.

Danke für diese traumhaften Stunden!

© NurduG 16.09.2020

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