Wehrdienst in Österreich 2.0

Wachdienst in einer Wiener Kaserne zu sein kann schon aufregend werden, das zeigt die Geschichte unseres Patenkindes Moritz, der den letzten Monat seines Präsenzdienstes absolviert....Wegen der großen Hitze wurde er von einem Kollegen gebeten, doch eine Stunde Wachdienst am Tor zu übernehmen. So stellte er sich , in wehrhafter Pose, wie es eben einem Wachkommandanten zukommt, vor die Kaserne, als sich plötzlich ein verdächtiges Fahrzeug näherte. Es war eher ein Schrotthaufen mit mangelnder Fahrzeugbeschilderung, das sich dem Eingang näherte. Das amtliche Kennzeichen war, wahrscheinlich wegen mangelnder Befestigungsmöglichkeit, im Inneren des Gefährtes abgelegt, der Insasse des Fahrzeuges höchst verdächtig. Die Person hätte jedes Casting für angehende Terroristen spielend gewonnen. Alarmiert näherte sich Moritz mit dem Gewehr im Anschlag dem Gefährt. Arabisch anmutende Sprachfetzen wurden ihm entgegen geschleudert und ausladende Gesten, die das Gesagte wohl unterstreichen sollten. Am Beifahrersitz erspähte der wachsame Kommandant ein verdächtige schwarze Tasche, einige lose Kabel, die an Bauteile von Bomben erinnerten, lagen im Auto herum. Jetzt schrillten alle Alarmglocken in Moritz Kopf und mit dem umklammernden und bereit entsicherten Gewehr näherte er sich der offensichtlich terroristischen Gefahr. Mit militärischem Ton forderte er die dunkle Gestalt auf auszusteigen . Fast hätte er ihn schon zu Boden gebracht, als ihn eine weibliche Stimme in seiner Amtshandlung unterbrach:" Was machen sie mit unserem Sushiboten?????"......ein ernüchternder Satz, der ihn unversehens auf den Boden seines eintönigen Soldatendiensts in der Kaserne zurückholte.

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