Weihnachten geschenkt

Aus dem Autoradio drang der Song von Chris Rea "Driving home for christmas" , die Bäume am Weg von Gmünd nach Hohenstein hatten einen Rauhreifmantel angelegt und ich war mit meinem VW Käfer auf dem Weg ins Haus meiner Eltern. Es war eines der ersten Weihnachten, da ich bereits eigenes Gels verdiente, waren die geschenke für Eltern und Bruder großzügig ausgefallen. Als ich das Kremstal erreichte, war mein Bruder schon im Haus. Die Räume waren lange leer gestanden, so war es kalt im Haus. Unsere Eltern waren in Wien, die Oma im Spital besuchen. Mein Bruder Karl heizte im Keller ein. Ich holte zwei gefrorene Fischfilets aus dem Gefrierfach, briet sie und mit einem Stück Brot und Ketchup komplettierten wir unser gemeinsames Mahl. Es gab viel zu erzählen, mein Bruder studierte Medizin und ich unterrichtete in Dietmanns. Es war noch immer relativ kühl im Haus und mein Bruder ging inden Keller nachheizen. Nach dem Essen wurde mir ziemlich übel. Karl schrieb es meinem niedrigen Blutdruck zu und meinte, ich solle fest atmen. Auch meinem Bruder war nicht besonders gut und wir beschlossen, uns ein Weilchen hinzulegen.Ich hatte Kopfweh, kämpfte mit Übelkeit und überhaupt ein flaues Gefühl. Bevor ich die Besinnung verlor kritzelte ich auf einen Briefumschlag "Haben Fisch gegessen, bitte Arzt holen" Ich kam erst wiede ansatzweise zu mir, als mein Vater vor mir stand und mich rechts und links ohrfeigte, um mich aufzuwecken. Dann spürte ich starke Arme, die mich auf eine Bahre hievten, mein Magen schlug Kapriolen, als sich die Ambulanz auf den eisigen Weg ins Kremser Spital machte. Am Gang war mir dann so übel, dass ich ohne Vorwarnung erbrach. Jetz war ich schon so weit ansprechbar, dass ich nach meinem Bruder fragen konnte.Er lag auf der Internen- in der Männerabteilung. Wir hatten beide ein massive Rauchgasvergiftung- wären meine Eltern eine halbe Stunde später gekommen, wären wir wohl beide tot gewesen. Sicherheitshalber wurden wir in der Nacht alle halben Stunde geweckt- am 24. Dezember konnte wir das Krankenhaus verlassen.

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