Houston, we have a mouse problem

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Sonntagmorgen. Die Sonne scheint und es verspricht ein gemütlicher Tag zu werden. Heute war ich ausnahmsweise mal nicht das erste Familienmitglied, dass aus dem Bett gehüpft oder wohl eher gekrochen ist. Ich schlurfe schlaftrunken und mit einer süßen (O-Ton Ehemann Günther) „Einhornfrisur“ ins Wohnzimmer, dort wartet schon Günther, hellwach und breit grinsend. Er sagt:“ Houston we have a problem. Du musst das Blumengesteck, dass du gestern angefertigt hast, dringend nochmal kontrollieren.“ Ok, Ok!! Ich gebe zu, er sagte nicht „Houston we have a problem.“ ABER meiner Meinung nach wäre das der einzig wirklich gute Einstieg in die darauffolgende Konversation gewesen, deshalb erlaube ich mir an dieser Stelle ein bisserl künstlerische Freiheit. Günther also: „Houston we have a problem. Du musst das Gesteck nochmal dringend kontrollieren bevor es von der Kundin abgeholt wird“.

Ich schau ihn zuerst verdutzt an, dann fällt mein Blick auf unsere Katze Peanut, die mit aufgeregt zitterndem Schwanzerl mein blumiges Werkstück im Garten anstarrt und seltsame Laute von sich gibt….. und da fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren ;-) DIE MAUS! Die süße kleine Maus, die seit Wochen auf der Terrasse lebt und in regelmäßigen Abständen am Wintergartenfenster vorbeispaziert, um die Katze hinter dem Fenster zu provozieren, ebendiese Maus, ist wohl in das Gesteck gekraxelt, dass ich dummerweise auf die Terrasse gestellt habe. Ich Dussel!

Mehrere Optionen gibt es nun zu überdenken:

1. Maus drinnen lassen, dann sind WIR die Maus los

2. Maus rausholen. Aber WIE? Das Gesteck besteht aus wunderbar weichem Moos, Beeren, Hagebutten, Hirsekolben, Mohnkapseln, uvm… das ist ein 5-Sterne Buffet für den kleinen Nager.

3. Das Gesteck ins Wohnzimmer holen und mit Peanut, der Katze in ein Zimmer sperren und auf Peanuts – Fang – Künste vertrauen.

Sicherheitshalber rufe ich gleich mal den Alarmzustand Defcon 1 aus (Maximale Einsatzbereitschaft, alle verfügbaren Truppen werden eingesetzt) und schmiede einen Plan.

1. Erdbeben simulieren. Ich klopfe das Blumengesteck einige Male sehr kräftig auf und rufe dabei:" Achtung! Dies ist keine Übung! Bitte verlassen sie sofort ihre Häuser oder sonstigen Unterkünfte!

2. Räumungsbescheid schreiben und in das Gesteck schieben.

3. eine Spur aus Schokolade und Käse zum nächsten Blumentopf legen.

4. Zwischendurch beten, dass die Kundin Mäuse mag..... auch in Gestecken......

5. Angeblich mögen Mäuse keine Erschütterung: Ich tanze jetzt mal so eine klitzekleine Riverdance- Einlage rund ums Gesteck und hoffe, dass mich niemand beobachtet

6. Krach wollen die putzigen Tiere auch nicht: Ich bitte die gesamte Familie spontan ein Weihnachtslied anzustimmen. Da hat sich bis jetzt noch jeder geschreckt. ;-)

7. Mir gehen die Ideen aus.

Ich hoffe jetzt mal, dass die Maus schon längst mit ihren Freunden und Popcorn irgendwo herumhockt und amüsiert den Zirkus beobachtet, den wir da veranstalten....

© Petra Perger