Das Leben sagt STOP Däta!

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Das Leben sagt STOP Däta! | story.one

Gestern bin ich über das alte gute Papier auf story.one gestoßen und hab mir ein wenig was durchgelesen. Super Idee Jungs hab ich mir gedacht, aber wahre Geschichten – will die wirklich wer lesen. Wollen wir nicht alle eine Herz-Schmerz-Geschichte mit Happy End? Ich hab nie Tagebuch geschrieben, ich war auch nie die Beste in Deutsch, aber ich hab vor kurzem eine Rede verfasst und über diese wahre Geschichte möchte ich euch erzählen. Die Geschichte bekommt den Namen „Däda!“ Durch Kinder und Hunde lernen sich Menschen kennen und das war in unserem Fall auf jeden fall so. Die Kids haben drei Familien zusammengebracht die zu einem wahren Dorf im laufe der Zeit gewachsen sind. Ein Dorfmitglied ist der Däda! Tja, meine Lieben da draußen, wer jetzt vom Westen unseres schönen Landes kommt kennt sich auf anhieb aus – wer eher wie ich aus dem Flachland kommt muss lernen. Däda bedeutet im vorarlbergischen Vater/Papa! Und dieser Däta ist DER Papa für alle unsere Kids und auch für uns Erwachsene. Zu hören, spielen, kochen, Scherze machen, tiefsinnige Gespräche führen einfach gemeinsam viel Zeit miteinander verbringen steht im Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft. „Das Leben ist kein Ponyhof“ es ist kein „Hollywood Streifen“, das Leben ist das Leben und es meinte kurz vor Weihnachten STOP! Angefangen hat es mit „Du hast dir sicher einen Nerv eingezwickt, Däda! Das wird schon!“ Aber das wahre Leben meinte, Gehirntumor Grad 4! Weihnachten, Vanillekipferl, Punsch und Gehirntumor das passt doch überhaupt nicht zusammen! OP statt Christbaum, lecker schmecker Essen, Familie und Glückseligkeit! Nach den Feiertagen heißt es immer „Das viele Essen muss ich erst wieder verdauen!“ Diese Nachricht, diese Situation kann man einfach nicht so schnell verdauen. Schockstarre! Schockstarre die auch anhält. Da steht man nun, hat schon vieles im Leben erlebt, ist keine 15 Jahre mehr, hat Karriere gemacht, kennt sich aus in dem was man tut und dann ein riesig großes Loch aus dem Nichts. Man hat nicht wirklich gelernt mit so einem Unding zurecht zu kommen. Die Menschen die mich bis dato verlassen haben waren Alt, da hat man ja irgendwie gerechnet damit. Aber unser Däta ist jung, zu jung das es auf einmal STOP heißt! 17 Monate – stellt euch das vor! Diese Zahl an Monaten hatte der Däta nach der Diagnose. „Man wäschst an den Herausforderungen“ auch wieder so ein super Spruch, aber irgendwie stimmt er auch. Ich hab eine Rede verfasst im Namen des Dorfs, ich hab diese Rede gehalten nicht bei einer rauschendenden Feier – sondern zum Abschied!

© Petra Sallaba 24.08.2019