Und dann warst du weg.

Und dann warst du weg.

Heute morgen war es noch ein Tag wie immer. Ich bin aufgewacht, mit einem offenen Auge ins Bad getaumelt und dann ins Büro gefahren. Doch dann hat die SMS meines Papas alles schlagartig verändert.

"Mona, wenn du die Nachricht siehst, ruf mich sofort an!"

Das klingt gar nicht gut.

Ich bin also sofort raus aus dem Büro, hab Papas Nummer gewählt und der hat mir dann die Hiobsbotschaft überbracht. Opa ist tot.

Mein lieber Opa Hans. Der zwar nie viel geredet hat, aber doch immer für uns Kinder da war. Er ist nicht mehr.

Erlebt hat er so Einiges in seinem doch recht langem Leben. Seit 56 Jahren war er mit meiner Oma verheiratet, gemeinsam haben sie 5 Söhne, er war Landwirt im Ruhestand und doch noch immer sehr aktiv.

Die Lieblingsbeschäftigung meines Opas waren seine Hühner. Tagtäglich und stundenlang hat er sich mit ihnen beschäftigt. Wenn wir ihn mal nicht finden konnten war der erste Weg in den Hühnerstall. Und da war er auch fast immer.

Besonders lustig fanden wir es immer, wenn Opa und seine Hühner auf Achse waren. Ja, sie waren wirklich jeden Tag spazieren. Opa voraus und 15 gackernde Hühner hinten nach. Wirklich ein Bild für Götter! Ein Bild das ich schmerzlich vermissen werde.

Trost finde ich darin, dass er heute morgen noch im Hühnerstall nach dem Rechten sehen konnte und erst danach ganz schnell und ohne Schmerzen gehen durfte. Er wirkte ganz friedlich, hatte sogar ein Schmunzeln im Gesicht, als man ihn fand.

Fehlen wird er mir ganz bestimmt. Schon jetzt vermisse ich sein gütiges Lächeln und seine gute Laune.

Schlaf gut Opa, bis das wir uns wiedersehen!

© Ramona Katharina Haunholter