Eppan

  • 126
Eppan | story.one

Unser Urlaub in Südtirol hatte nicht nur das Törggelen sondern auch das Wandern zum Ziel.

Eine Drei-Burgen-Rundwanderung war an dem Tag unser Ziel. Mit einer Wandergruppe waren wir unterwegs, zuerst zur Ruine Burg Hocheppan hinauf. Der steile Anstieg war eine Herausforderung, aber oben gab es eine Burgschenke zum Rasten. Die Schweine im Burggraben fanden bei allen Begeisterung. Die Pause durfte nicht zu lang sein, denn das nächste Etappenziel Schloss Boymont mussten wir uns noch hart erarbeiten. Steil hinunter, dann steil hinauf, lagen die unendlich vielen Stufen vor uns, bis wir schwitzend die nächste Burgschenke erreichten. Da gab es endlich die frisch gebratenen Maroni und Wein als Labung. So gemütlich und genussvoll es war, ging es wieder flott hinab Richtung Schloss Korb. Da wir an den Apfelplantagen entlang gingen,pflückte ich mir so eine lecker aussehende Frucht. So etwas Geschmackloses hatte ich schon lange nicht mehr im Mund. Das musste ich gleich kundtun, was mir sehr böse Blicke bescherte. In unserer Unterkunft habe ich das später auch erzählt, welch geschmacklose Äpfel da auf den Apfelplantagen gedeihen. Na mehr habe ich nicht gebraucht, so viele böse Blicke hätten mich beinahe verwunschen. Da kennen die Einheimischen keine Gnade, bei so viel Wahrheit. Das Fettnäpfchen war mit gelungen.

Das 4* Hotel war unser letztes Ziel. Der Wanderführer überraschte uns mit einem besonderen Gustostückerl, das sich in der Vitrine des Eingangsbereiches befand. Es war eine besondere Gnade, dass wir Wanderer mit den dreckigen Schuhen und verschwitzt noch dazu, den noblen Eingang nehmen durften. Ein Milchzahn von Margarethe von Maultasch war zu bewundern! Es erheiterte alle. Da wir schon drinnen waren im Schloss, gingen wir auf die Terrasse und genossen den wundervollen Ausblick über Eppan bei Kaffee und Kuchen. Sehr nobel waren die Gäste und wir waren der Kontrast.

Das war nicht das Ende des Tages, denn wir mussten schnell hinunter nach St. Pauls, wo wir uns zu einer Weinverkostung angemeldet hatten. Auf diese Weine freute ich mich schon den ganzen Tag. Müde saßen wir dort in der Weinkellerei und kosteten Lagrein, Grauburgunder, Riesling, Weißburgunder, Chardonnay, Sauvignion, Grauvernatsch, Merlot, Pinot Noir und Traminer. Es wurde das komplette Sortiment mit viel Brot gereicht. Probe um Probe nahm ich zu mir, dazwischen habe ich Brot gegessen. Nein, niemals habe ich die Köstlichkeiten ausgespuckt! Ich habe alles getrunken. Ich fand es pervers die Proben auszuspucken, wie das manche machten. Es hat lange gedauert, denn ich wollte wirklich alle Sorten kennenlernen. Der Wein hat köstlichst gemundet, im Gegensatz zu den geschmacklosen Äpfeln.

Als ich am Ende aufgestanden bin, wusste ich, dass Törggelen etwas mit Torkelen zu tun hat!

© ranunkel 26.01.2020