Ich hab's

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Wir können keine Kraftwanderwege mehr gehen, höchstens alleine. Eine Idee muss her, dringend! Den Unterberg wollte ich umrunden, gemütlich in drei Tagen, irgendwann. Da ich meine Pläne immer verworfen habe und jetzt auch alle Veranstaltungen abgesagt sind, bleibt mir nichts anderes übrig, als neue Pläne zu schmieden. Meine Vitalität will ich steigern und meine Lebenskraft stärken, wie ich finde, in dieser Zeit sehr notwendig.

In meinem Kopf arbeitet es schon. Ein Ziel ist schnell ausgesucht und in der Realität schon auf den Sommer verschoben. Aber im Hier und Jetzt juckt es mich schon auf den Fußsohlen. Soll ich eine Online-Wanderung in 3D machen, oder gar mit dem Finger auf der Landkarte herumfahren? Da kann ich in der Fantasie meine Reisetätigkeit steigern. Sicher fühle ich mich dabei, wenn ich alleine den Rundwanderweg gehe, ich breche mir keinen Fuß und stolpere nirgends drüber. Niemand kann mich aufhalten und ich tauche in ferne Welten ein. Wenn es mir zu viel wir, breche ich meine Tätigkeit ab und lege mich hin, ruhe mich aus.

Die Tür darf ich nicht vergessen aufzumachen, damit Frischluft herein kommt, zur Steigerung des Sauerstoffes im Gehirn. In jeder Himmelsrichtung lege ich einen Kraftstein auf, damit ich die Schwingung auch in mich aufnehmen kann. Dieser Ersatz muss vorerst reichen.

Und wenn die Welt wieder vom Kopf auf die Beine gestellt wird, dann höre ich wieder zu träumen auf.

Der erste heurige Gemeinschaftsarbeitstag nach Ostern wird anders ablaufen als sonst. Die Arbeiten die anstehen, werden von uns Teilnehmern schrittweise abgearbeitet. Jeder der Zeit hat ist dabei und sucht sich eine Arbeit aus. Die Gemeinschaftswege werden gesäubert, die Wiese am Badeteich gerecht, damit später vertikutiert werden kann. Unmengen an Häckselmaterial liegen am Ablageplatz, damit werden wir ein Osterfeuer machen. Die Gärten werden bestellt und aufgemotzt, eine essbare Landschaft soll entstehen. Das Saunahaus wird geputzt und die Gemeinschaftsräume ebenfalls. Das gemeinsame Pizzaessen nach getaner Arbeit, fällt heuer aus. Das Gemeinschaftsfördernde, wo jeder sich einbringen kann, ist gestrichen, da werde ich auch keinen Blechkuchen machen. Wir alle hoffen, dass es bald wieder anders wird und warten in unseren Startlöchern.

Wenn die Welt wieder vom Kopf auf die Beine gestellt wird, werden wir die neuen Ideen umsetzen, da werden wir uns überraschen lassen und werden die Freiheiten wieder genießen. Es gibt so viele Reparatur- und Fertigstellungsarbeiten von begonnenen Projekten, die uns fordern werden. Bis dahin werden alle Vorarbeiten abgeschlossen sein und wir haben die Ziele vor Augen, die heuer noch umgesetzt werden. Die gesetzten Samen keimen, bringen wir sie zum Blühen!

© ranunkel