Schutzengel vor Weihnachten

22.Dezember 2006, nachmittags, den Tag werde ich nie vergessen. Ich habe gerade Vanillekipferl und Weihnachtskekse gebacken, als mein Sohn seinen Freund Tom in der Siedlung besuchen wollte. Da wir in einer autofreien Siedlung leben, durften die Kinder immer ohne Begleitung sich besuchen. Was ich nicht merkte war,dass mein elf-jähriger Sohn die Miniraketen aus dem Kasten fladderte und sie mitnahm.

Ahnungslos ,was dann passierte, war ich in der Küche beschäftigt. Keksduft erfüllte meine Wohnküche. Es war schon gegen Abend, als die Türe aufging und mein Kind heimkam.

"Die Feuerwehr war jetzt da, aber die sind eh schon weg", erzählte er mir. Ich fragte nur:" Warum? Was ist passiert?" Ich war ahnungslos bis ein Nachbar an der Tür klopfte und mir die ganze Geschichte erzählte.

Die Miniraketen für Silvester hatten die beiden Buben auf der Gasse gezündet und abgefeuert. Eine der Raketen landete auf dem Holzbalkon einer Nachbarin. Die Decken, die dort auf der Holzbank lagen, begannen zu glosen und schließlich zu rauchen. Der Vater von Tom sah die beiden, eilte herbei und wollte die Mitbewohnerin verständigen. Aber die Frau war nicht zu Hause. Aus der Nachbarsiedlung kamen zwei Männer herbei mit Feuerlöscher in der Hand und einer Leiter. Die Feuerwehr war schon verständigt von Toms Vater.

Feuer in der Öko-Siedlung! Das löste einen Megaeinsatz bei der Feuerwehr aus. Da kamen nicht nur Feuerwehrautos sondern auch Rettungsautos mit Notarzt.

Inzwischen ist ein Siedlungsnachbar mit der Leiter auf den Balkon gestiegen und konnte mit dem Feuerlöscher das beginnende Feuer löschen. Somit war eine Katastrophe verhindert.

Was dann folgte war das Aufräumen, denn die Feuerwehr gab schnell-Brand aus!

Ein Holztisch, eine Holzbank, Decken und ein Sessel waren angebrannt. Der Schaden war gering. Die Nachbarin kam spät am Abend heim und war schockiert, als sie ihren den verwüsteten Balkon sah.

Am nächsten Tag hatte Toms Vater und ich den ganzen Pulverstaub des Feuerlöschers wegzuputzen. Das war sehr mühsam und musste gleich geschehen, weil ja Weihnachten vor der Tür stand.

"Das sollten eigentlich die Buben sauber machen! Aber da hätten wir noch mehr Sauerei", meinte Toms Vater. Ich hatte ja noch nie zu tun mit dem Inhalt eines Feuerlöschers. Dass das so mühsam zu reinigen war, überraschte uns doch sehr.

Die Mitbewohnerin war gar nicht böse, denn wir ersetzten ihr den Schaden. Sie selber hatte auch vier Söhne und die haben auch allerhand angestellt.

Dem Schutzengel sagte ich Danke!

© ranunkel