small fire number one

Ich liebe diesen Platz. Wunderschön, chaotisch und unperfekt nenn ich ihn gern. Grosser Luxus in aller Einfachheit. Ja, ich für mich freu mich täglich dran, und meine Freunde geniessen es hierzusein. Aber es ist ihnen nichts Neues, sie kommen an einen schönen Platz, den sie bereits kennen und lieben.

Wenn nun aber einmal Menschen erstmals zu Besuch hierher kommen, dann ist ihre Reaktion auf unseren Platz jedesmal ein Geschenk für mich. Und weil nicht allzuviele Menschen erstmals herkommen, ist es ein rares Geschenk.

Wie gestern, unser erstes story.one Lagerfeuer. Jede/r hat gleich zur Begrüssung gesagt, was für ein wunderschöner Platz das doch ist. Das tut mir gut! Noch dazu von lieben Menschen, und das waren sie gestern, alle meine Besucher.

Das Wetter hat dank aller möglichen Zauberformeln und Absprachen mit dem Wettergott tadellos gehalten. Lagerfeuer und Schwedenfeuer wurden von keinem Regenguss gelöscht, sondern erst von uns, weit nach Mitternacht. Dann allerding, dann so gegen halb zwei, da begann es dann wirklich zu regnen. Ein feines Einschlafgeräusch am Zeltdach vorm Fenster.

Aber gestern ist es trocken geblieben. Nicht in den Gläsern. Und zum Essen gabs eine Überfülle sondergleichen. Was da alles mitgebracht wurde! Und vieles davon wurde vertilgt, oft auch mit noch vollem Mund geredet, weil sowohl das köstliche Essen als auch soviele Gedanken verarbeitet werden wollten.

Die Gruppen wanderten zwischen Lagerfeuerplatz und Terrasse. Standen wo zwei, drei beisammen, war bald ein vierter und fünfter dabei, weil es bei jeder Gruppe andere Themen gab.

Ich hatte mir vorgenommen, möglichst wenig Hausfrau zu spielen, das ist mir glaub ich recht gut gelungen. Ich durfte dabeisein beim Reden, Lachen, Gutsein. Es war ein Genuss in die Runde zu schauen, lauter freundliche Gesichter. Alles völlig unkompliziert, wohlwollend, fröhlich. Der liebe kleine Wendelin war glücklich mit unseren Viecherln und dem grossen Schwedenfeuer, und die Katzen genossen einmal fremde Streicheleinheiten.

Heute schüttet es seit der Früh, mein Lieb und ich lächeln dazu. Nein, wir freuen uns sogar, weil es ja eh gut ist, wenn viel Wasser kommt. Gestern wars trocken, das war wichtig. Heut ists nass, das ist auch wichtig.

Und was noch wichtig ist, dass es solche Feste wie das gestrige gibt. Dass Menschen einander ungezwungen auf Augenhöhe begegnen, ohne Tratsch und Vorurteile sondern in Vorfreude aufeinander. Das bereichert nicht nur mich und mein Lieb und unsere Gäste. Das hinterlässt Spuren in uns allen, dieses Lächeln tragen wir in die Welt. Tatsächlich glaub ich (ein bissi träumen darf ich ja auch), dass so offene, positive Begegnungen auch ein bisschen unsere Umwelt verändern können...

Ich finde das grossartig und wunder-voll. Danke, Ihr Lieben, für diesen bereichernden Abend!

© rebella