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Geliebte kleine Lourdes-Grotte am Berg ...

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Geliebte kleine Lourdes-Grotte am Berg ... | story.one

Als ich vor einigen Jahren, meine Wohnung außerhalb von Wien bezogen hatte, erfuhr ich von der kleinen Lourdes-Grotte ganz in der Nähe. Diese suchte ich dann alsbald auf und war zutiefst beeindruckt von der einzigartigen Atmosphäre dort oben.

Das Finden sollte zwar nicht gleich klappen, ich irrte mit meiner Mutter nämlich bergauf-bergab durch den halben Ort, ehe wir den richtigen Weg finden konnten. Doch die Strapazen des Umweges waren es absolut wert, denn was sich uns dann am Ziel offenbarte, war einfach unbeschreiblich schön. Dieses satte Grün rundum, die gute Luft, die Stille, die guten Energien, alles wie im Märchen.

Und genauso empfinde ich es auch heute noch, wenn ich hochwandle und das tu ich sehr oft. Es ist jedesmal so beeindruckend, es fühlt sich dann an, als käme ich eben wieder das 1. Mal an und entdeckte alles ganz neu. Das ist so faszinierend und so nebenbei ist das Hochwandern bergauf, auch gleich das perfekte, sanfte Muskeltraining für mich.

Die kleine Grotte wurde im Jahre 1935 der echten, großen Lourdes-Grotte in Frankreich nachgebaut. Ich habe schon unzählige Fotos geschossen von allen Ecken dort, weil ich es liebe alles in Bildern festzuhalten, vor allem die schönen Erinnerungen.

In Zeiten wo ich sehr sehr viel Kummer und Leid in mir trug, durch einige Umstände, ging ich oft alle 2 Tage hoch um zu beten und in der Stille wieder in meine Kraft, sowie Stärke zu kommen. Egal unter welchen wettermäßigen Bedingungen, auch wenn es einst bei Glatteis und Schnee zu einer argen Rutschpartie wurde, die etwas unlustig war.

Nie werde ich die Augenblicke vergessen, als ich einmal mit meinem "Prinzen" hochwandelte, es war im Jänner gewesen, bei Eiseskälte und Sturmgebraus. Er war kurz davor vom Urlaub aus wärmeren Gefilden heimgekehrt und ich hatte ihn, als er bei mir angekommen war, gleich zur Begrüßung geschickt überredet, endlich mal mit mir hinüber zu fahren. Er nahm beim Hinaufgehen plötzlich meine Hand, was mich sehr erstaunte, weil er das nur selten zuvor getan hatte. Es war so unendlich vertraut und nah zwischen uns, wie selten zuvor, als wir dort oben standen und versuchten eine Kerze zu entzünden. Bedingt durch den Sturm der uns heftig um die Ohren wehte, war dies Unterfangen nämlich gar kein leichtes und es benötigte mehrere Versuche, ehe mein "Prinz" es schaffte, das Kerzerl zum sanften Flackern zu bringen.

Als wir dann noch intensiv beteten und beide schon zitterten wie Espenlaub, ich "Zarterl" noch mehr, nahm er mich liebevoll, beschützend in seine Arme und blickte mir tief und zärtlich in die Augen, so als wolle er mich niemals wieder loslassen. Diesen magischen Moment, werde ich wohl bis an mein Lebensende nicht vergessen, weil es mit Worten kaum zu erklären ist, welch unendlich tiefe Liebe und Verbundenheit dort oben zwischen uns zu spüren war.

Ich bin dem Himmel so dankbar dafür, dass ich diesen einmaligen Kraftort für mich finden durfte und ich freue mich jedesmal aufs Neu', wenn ich hinauf pilgere ...

© RENAvonRAVENSTEIN 29.08.2019

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