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Bereichernder Spaziergang durch Bisamberg

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Bereichernder Spaziergang durch Bisamberg | story.one

Gestern war ich mit meiner lieben Mutter im Auto unterwegs, dabei kam mir die Idee zu einem spontanen Spaziergang in Bisamberg. Intuitiv zog es mich diesmal auf die linke Seite, nicht zur Bergseite wie sonst. Die Sonne strahlte wärmend ins Gesicht und der blaue Himmel wirkte so aufmunternd, während wir in ein unbekanntes Wegerl einbogen.

Zuvor studierte ich im Schaukasten am Eck ein Plakat, über die bevorstehende Lesung einer Autorin im Festsaal Bisamberg, anlässlich der "ÖSTERREICH liest - WOCHE". Ich war etwas baff, da ich davon noch gar nichts mitbekommen hatte?! Klang sehr interessant.

Das Wegerl entpuppte sich als "Musik-Kreativ-Meile"! Die weisen Zitate, die in Form von Noten den Wegrand zieren und die Klangdusche mittig, fand ich sehr nett. Wissbegierig wie ich bin, mußte ich mich drunterstellen, sogleich auf den 1. Knopf tippen und das leis ertönende Bisamberg-Lied lauschen, was mich köstlich amüsierte. Am Ende des Weges, welcher mit unzähligen Bänkchen zum Rasten bestückt ist, war ein riesiger Notenschlüssel zu sehen, den ich sogleich mit einfangen mußte zu den Bildern, da das Bisamberg-Panorama im Hintergrund mich sosehr faszinierte. Ganz andächtig stand ich sekundenlang noch dort und ließ alles auf mich wirken.

Da ich einen unbändigen Bewegungsdrang habe, also trotz aller Schmerzzustände äußert flott gehe, schleppte ich meine arme Mom noch weiter auf ein anderes, sattgrünes Wegerl ums Eck, das wir früher schon mal entlanggegangen waren. Sofort bekam ich ihre wohlbekannte Aussage zu hören - sie beliebt nämlich immer zu scherzen: "Reni, Du rennst schon wieder wie die Lisi und das Gefolge hetzt hinterher. Das Vorleben läßt grüßen, haha!"

Ich genoss die Stille, die gute Luft und die erhellenden Sonnenstrahlen, die wohl bald die letzten in diesem ziemlich turbulenten Jahr sein werden. Wir überlegten wie wir nun am Besten abzweigen könnten, um wieder zu Mom's hübschen Flitzer zu gelangen. Diesmal folgte ich ihrer Intuition und so landeten wir in einer Allee vis a vis. Ich war mir unsicher, ob es wirklich der richtige Weg war, aber vertaute darauf.

Als wir so dahinwandelten, die hübschen alten Häuserfassaden bewundernd, kam plötzlich ein sympathischer junger Bursche mit einem kleinen, kohlschwarzen Mops des Weges. Als ich an ihm vorbei lief, wurde das Hunderl sogleich aufmerksam und zog wie irre zu mir her. So konnte ich nicht umhin, ein paar Worte mit ihm zu sprechen; ich erfuhr, dass er 7 Monate und ein so freundlicher Gefährte sei. Der Bursche fragte, ob er ihn auslassen dürfe und kam aus dem Staunen nicht heraus, da sein Moritz Feuer und Flamme für mich zu sein schien und mich stürmisch, fast mitten ins Gesicht geküßt hätte, nachdem ich mich zu ihm hinunterbegeben hatte, um ihn zu streicheln.

"Normalerweise benimmt er sich nicht so!?", entfuhr es dem verdutzten Burschen. Wir verabschiedeten uns und ich lachte herzlich, weil Hunde so auf mich "fliegen". Na wenigstens wer!

Welch bereichernder Spaziergang ...

© RENAvonRAVENSTEIN 16.10.2019

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