Angst vorm Fliegen? Ich entere Hawaii!

Früher machte mir das Fliegen nichts aus. Zum ersten Mal saß ich mit 10 in einem Flugzeug, als unbegleitetes Kind gemeinsam mit meiner 11jährigen Schwester und meinem 9jährigen Cousin. Er hatte in den Sommerferien ein paar Tage bei uns verbracht, darum durften meine Schwester und ich nun mit ihm mit heim fliegen. Das war sehr spannend, die Stewardessen kümmerten sich gut um uns und damals durfte man auch noch ins Cockpit. Meine nächste Gelegenheit war die Maturareise, auch da störte mich der Flug nicht, trotz recht unsanfter Landung. Dann folgte ein Urlaub von dem ich denke, dass er es war, der letztendlich meine zukünftige Angst vor dem Fliegen ausgelöst hat. Ich hatte schon länger mit Magenproblemen zu kämpfen, aber nichts Gröberes. Der Hinflug nach Tunesien war sehr unruhig, mir wurde gewaltig übel. Im Hotel angekommen konnte ich nur knapp 2 Tage halbwegs genießen, es ging mir nicht sehr gut. Dann landete ich in einem tunesischen Krankenhaus und verbrachte den Rest des Urlaubs dort bis ich ziemlich geschwächt endlich wieder nach Hause konnte.

Ab diesem Moment machte mir das Fliegen ein unangenehmes Gefühl. So sehr ich auch die folgenden Urlaube selbst genießen konnte, die Reise machte mich nervös, ich klammerte mich bei jeder Turbulenz an den Sitz und Start und Landung waren auch nicht lustig. Eine schlimme Ohrenentzündung, die ich mir mal im Urlaub einfing, und die die Landung beim Heimflug sehr unangenehm machte, verbesserte das Problem auch nicht. Ich stieg notgedrungen ein in so ein Flugzeug, wenn ich irgendwo hin wollte oder musste, wohin der Weg mit einem anderen Verkehrsmittel sehr viel unkomfortabler, länger und teurer gewesen wäre. Aber wirklich gut fühlte ich mich dabei nie.

Bis mich mein Mann in diesem Jahr überredete für ein paar Tage nach Dubai zu fliegen. Er wollte keinen Flug mit Zwischenstopp, also reisten wir zwar per Touristenklasse aber immer noch nobel mit der Emirates – in einem A380, dem größten Passagierflugzeug der Welt. Beim Hinflug war ich noch sehr unruhig, es gab ein paar Rumpeleien, die mir nicht gefielen, aber letztendlich war der Flug ok. Beim Heimflug – noch im Urlaubsmodus, beeindruckt vom Flughafen in Dubai und verärgert darüber, dass mein Mann und ich keine Plätze nebeneinander bekommen haben, vergaß ich meine Nervosität. Während des Starts machte mein Sitznachbar Fotos aus dem Fenster raus, ich drückte ihm mein Telefon in die Hand und bat ihn für mich auch zu knipsen. Den Rest des Starts betrachtete ich via Außenkameras am Flugzeug. Plötzlich fiel mir auf, dass meine Angst wie weggeblasen war. Selbst als es mal kurz rumpelte störte mich das nicht. Ich war richtig fasziniert von dieser Erkenntnis und freute mich darauf auch die Landung per Kamera beobachten zu können.

Mein Fazit – Hawaii muss doch kein unerfüllter Traum bleiben, ich fliege nur noch in sehr großen Flugzeugen, mindestens Mittelstrecke und mit erstklassigen Fluglinien.

© rennschneck