Das Paradies

Da waren wir also nach zehnstündigem Direktflug von Wien nach Bangkok. Gespannt. Ein wenig aufgeregt. So viele hatten von dieser pulsierenden Stadt geschwärmt, also mussten wir uns auf unserem Weg nach Phi Phi Island selbst davon überzeugen. Als wir den Flughafen verließen, war es heiß. So heiß wie bei unserem Abflug aus Wien. Wir kamen also so zu sagen vom Regen in die Traufe.

Wir hatten 42 Stunden in dieser Stadt. Ausreichend, wie wir im Nachhinein befanden. Wir sind Tuk Tuk, Metro und Taxi gefahren, haben verhandelt und eingekauft, thailändisch gegessen und eine Flussfahrt gemacht. Den Wow-Effekt haben wir leider nicht erlebt. Ein Tag mehr wäre vielleicht hilfreich gewesen, um sich das eine oder andere noch anzusehen. Insgesamt betrachtet war Bangkok selbstverständlich interessant wie so viele Orte auf dieser Welt, aber wirklich pulsierende Städte haben wir schon andere erlebt.

Von Bangkok ging es mit dem Flugzeug weiter nach Phuket und von dort mit dem Motorboot nach Phi Phi Island. Hier eröffnete sich uns ein paradiesischer Flecken Erde - weißer Sandstrand, türkisblaues Meer und freundliche Menschen. Aber das ist ja beinahe schon ein Naturgesetz. Die, die am wenigsten besitzen, geben am meisten.

Während unseres Aufenthaltes waren wir schnorcheln und tauchen und haben eine Erkundungsfahrt mit einem Longtail-Boot gemacht. Die Unterwasserwelt war vielfältig, schien teilweise aber auch sehr zerstört. Abgesehen von den bunten Fischen bot sich am Meeresgrund vieles Grau in Grau. Motorboote brausten mit unzähligen Touristen über die Wasseroberfläche, die Maya-Bucht - Schauplatz des Kinofilms "The Beach" - war gesperrt, um den beliebten Ausflugsort vor den Touristen zu schützen, und um der Unterwasserwelt Zeit zur Regeneration zu geben.

All diese Eindrücke und unsere weite Reise mit einem der größten CO2-Sünder, dem Flugzeug, stimmte uns doch auch sehr nachdenklich. Es ist ein tückischer Kreislauf. So viele Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Tourismus, der allerdings wiederum ihren einzigartigen Lebensraum zerstört.

Ich glaube, jeder von uns kann einen kleinen Beitrag zum Schutz unseres Planeten leisten, um die Paradiese dieser Welt zu erhalten. Wir haben während dieses Urlaubes zum Beispiel auf Plastikstrohhalme verzichtet, obwohl sie einerseits zu jedem Getränk angeboten werden, andererseits aber vielerorts darauf aufmerksam gemacht wird, dass sie zum sinnlosesten Plastikmüll auf der Erde zählen. In Thailand wird man auch ständig darauf aufmerksam gemacht, kein Toilettenpapier in die Toilette zu werfen. Das erscheint sehr ungewöhnlich, macht aber wahrscheinlich durchaus Sinn. Was das Fliegen und den damit verbundenen CO2-Ausstoß betrifft, tun auch wir uns schwer, völlig darauf zu verzichtet, aber wir haben uns zumindest vorgenommen, erst wieder in zwei Jahren eine weite Flugreise zu unternehmen.

© Resi