Taxidriver

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Taxidriver | story.one

Jetzt bin ich mir nicht so sicher, ob ich die Geschichte überhaupt schreiben soll, weil du musst wissen, ganz so, also ich glaub, die geht a bisl ins Illegale. Ist aber eh schon verjährt. Hoff ich halt. Ist so eine "Bitte erzähl die Geschicht" Gschicht.

Velden am See, Sommer. Eine billige Pension ist gebucht, weil viel dort sein werden wir nicht. Wir, dass sind jetzt die besten Freunde. Und weil so beste, dann auch gemeinsam ein paar Tage nur wir und Vollgas. Zuerst mal mit ebendiesem auf die A2. Erster Boxenstopp Tanke und Sechser. Nein nicht wir, Tragerl natürlich, weil du musst wissen, Autofahren macht schon sehr durstig. Also lustige Fahrt in den Süden. Lustig auch gleich der erste Abend. Wobei nur zum Aufwärmen, weil wirklich lustig erst am nächsten Abend. Davor aber den ganzen Tag im altehrwürdigen Strandbad. Da tummeln sich die Schönen und Schöninnen und Nichtreichen, weil die Schonreichen nicht im Strandbad. Die im Hotel mit privatem Badebereich und auch privaten Strandservice. Wir zum Ess-und Trinkbaren natürlich selbst zum Strandbuffet. Aufgrund der großen Hitze mehr flüssig und natürlich schon sehr gut gelaunt bevor es so richtig los geht. Abendessen in einem hervorragenden Tempel. Fast ein wenig zu elegant für die entspannte Herrenrunde. Eher die Dame erster Wahl fein ausführen. Na und nach einem feudalem Dinner mit Abschlussrunden, hier achten wir auf die Mehrzahl, von ganz feinen Destillaten wartet Velden, wir auch, also treffen. Eine Bar nach der anderen wird von uns auf das Genaueste getestet. Vor allem deren Inhalt, also deren flüssiger Inhalt. Die Ungebundenen schauen, was die Nacht noch so bringt, die Gebunden glauben sich am Bodensee, weil "mir tut im Leib die Seele weh, wenn ich am Glas den Boden-seh". Aber Wörthersee.

So vergehen die Stunden, bis ich nur noch einen an der Bar kenne, der mich aber ob der Blonden, die er in Arbeit hat nicht mehr kennt. Also Heimreise. Die Pension nicht ums Eck und wie komm ich jetzt ins Bett. Vor dem Lokal wartet ein Taxi auf Kundschaft und da denk ich mir, ich wär jetzt genau das, worauf das Taxi und steig ein. Aber nicht, dass du jetzt glaubst Taxi und Chauffeur, nein, nur Taxi. Da sitz ich dann so eine gefühlte Stunde im stehenden und wär schon ganz gern im Bett.

Und jetzt pass auf was passiert. Da seh ich doch tatsächlich den Schlüssel stecken und Kurzschluss sitz ich auch schon vorne und da fährt das Taxi dann doch auf ein Mal wie von Geisterhand bewegt los. Nach ein paar Kilometer winkt mir dann ein Passant so nett zu, dass ich stehenbleib, weil vielleicht will er plaudern oder hat sich verlaufen. Und dann braucht der tatsächlich ein Taxi und steigt ein. Aber nur kurz, weil wie ich ihm verrate, nicht mein Taxi und ich kein Lenker, also jetzt schon, aber halt nur jetzt, schreit der, wie wenn ich ihm des Lebens berauben möcht. Daweil würd ich ihn sogar gratis. Na wurst, ich lass ihn aussteigen und fahr wieder zurück, weil doch alles nicht so super. Als ich aufwache bin ich froh, zu Fuß gegangen zu sein.

© Roland Kiefer