Als die Freiheit ihre Bedeutung verlor

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Als die Freiheit ihre Bedeutung verlor | story.one

Nie im Leben hätte ich einmal gedacht diesen Satz zu sagen.

"Wir müssen die Grenzen zumachen und auf unsere Freiheit verzichten".

Ein Ding das so klein ist und durch das doch so manche/r zu erdulden versagt - Boromirs Szene gewinnt an Tiefe. Währenddessen will Sauron, aka Donald Trump sich die alleinigen Rechte an einem möglichem Heilmittel sichern und so mancher Hobbit frönt seinem Dasein in einer Schenke, wider besseren Wissens, entledigt der Vernunft. Wie heißt es doch schon im treffenden Einzeiler unbekannter Herkunft

"Sie werden weiterhin im Feuer stehen und sich beklagen dass es heiß ist".

Doch wir müssen die Lage nicht abstrakt skizzieren. Nebenan ist eine Kindergeburtstagsfeier - was muss man dazu noch sagen.

Ein Virus ist nicht politisch, ihn interessiert nicht wer du bist, was du hast, wofür und /oder wogegen du bist und woher du kommst. Es hilft dir nicht auf Rechte zu beharren, denn diese Rechte sind dem Virus fremd. Alles was man zu tun hat ist in eigenem Interesse und in dem der Gemeinschaft, dem großen Ganzen, zu gehorchen. Ich bin sicher kein Fan von Regeln, aber ich bin nicht dumm, Regeln die Sinn machen sind einzuhalten.

Hier geht es darum Leben zu schützen. Auch mit guten Absichten kann man schaden zufügen, die edelste Tat mag deinen Nächsten die Gesundheit kosten, weil du zu ignorant oder egoistisch warst, dich ohne großes Leid einzuschränken und zu besinnen.

Der Spielplatz vorm Haus war den Nachmittag über gut besucht. Ich glaube nicht das seine Besucher wissen was sie tun.

"Kinder verstehen das nicht", meinte jemand. Aber ihre Eltern. Diese wissen doch auch das man einem Kleinkind keinen Alkohol zu trinken gibt, sie beschützen das Kind, das ist Erziehung. So muss man nun eben auch das Volk erziehen - wieder ein Satz den ich ohne Corona niemals zu sagen gedacht hätte.

Es ist also durchaus so das man sagen kann, dass mit Corona alles anders wurde. Noch vor ein paar Tagen hätte ich meine eigenen Worte als Hysterie abgetan. Mein Anspruch an Rationalität - er gilt nach wie vor, doch gerade deshalb ist es wichtig eben nicht einfach weiterzumachen wie bisher.

Ich suche nach einem Schlusssatz, doch ich komme nur auf eine Beobachtung.

Noch nie sah ich eine Nationalratssitzung in der alle Fraktionen bei einem Redner/einerRednerin applaudierten, bis heute. Wenn schon alles andere nicht überzeugend auf jemand wirken mag - das sollte einem doch zu denken geben.

© Rot 15.03.2020