Er...

Wenn ich von Ihm, also von Er schreibe, dann meine ich mich, warum? Weil mir vieles von Ihm "Vergangen" erscheint...

Also er, er war im früheren Leben mal ganz erpicht darauf in seiner Sportart Weltmeister zu werden. Er wollte neue Maßstäbe setzen, Geschichte schreiben in dem was er tat. Er wollte wohl aus fehlemdem Selbstwert heraus, sich zu etwas Großen, Wichtigen zu machen. Dafür hat er auch sehr viel investiert, kam aber über mäßigen nationalen Erfolg nicht hinaus. Als Nachwuchstrainer da war durchaus Erfolg da, da gabs einen Olympiateilnehmer, da gabs EuropameisterInnen, eigentlich alles was sich ein Trainerherz wünscht. Nur, für ihn, da wars nicht die Erfüllung. Es waren da so viele Dinge die wichtiger schienen als Erfolg. Auch in seiner Arbeit, war alles da. Immer am Limit, immer mit 100% bei der Sache... Sache die da Jugendarbeit hieß. Er hatte das große Glück mit vielen Experten und Kapazundern dieses Thema neu zu denken, und verändern, optimieren. 30 Jahre, Vollgas, und dann auf einmal 50ig... Ziel erreicht sagte er sich, und stieg um.

Er sprang ins kalte Wasser, veränderte sich Örtlich und Beruflich. Start bei Null, als Niemand. sein Vorhaben nie wieder irgend ein Verein, nie wieder ins Leben anderer einzugreifen, den hat er sehr bald wieder als Absurdum geführt. So ist er halt wieder mitten drin im Geschehen der jetztigen Örtlichkeit. Klar, er hat Mitmenschen gefunden, die ihn tun lassen, die ihn fördern, die mit ihm visionieren, die das Ganze mittragen, wo er nur Teil eines Ganzen ist...

Dann Heute Früh, Nachricht von Fräulein Tochter, Enkerl Nr. 2 ist gerade geboren. Er sprürt nur Freude, Glückseeligkeit, aus Ihm wurde wieder Ich, ich der das Wunder Leben sein lassen kann, ohne es jemals beeinflussen zu wollen, nur es Lieb zu haben...

Er, er hätte wohl nur den Kopf geschüttelt, sich vielleicht gedacht, du Alter Sack, und ich, ich genieße es immer mehr ICH zu sein, und Ihn ruhen zu lassen...

Ihm, gegenüber, bin ich sehr milde gesonnen, tat er doch alles aus voller Überzeugung das Richtige zu tun, was es zu seiner Zeit vielleicht auch war.

Trotzem, wie sang Bobby Dylan schon in den 60iger Jahren ...the times they are a changin´ , lasst uns Veränderung, Weiterentwicklung leben, bis zum letzten Tag...

© rustneversleeps