Was Songtexte so bewirken...

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Von Kindesbeinen an war Musik, vor allem aber was mit der Musik transportiert wurde für mich sehr sehr spannend. Klar, es muß für mich die Aneinanderreihung der Töne stimmen, noch viel wichtiger ist mir die Botschaft der Worte die da gesungen, gekrächzt, geflüstert oder geschrieen werden. Oftmals waren es die leisesten, auf das erste Hören gar nicht aufregend scheinenden, die am allerlautesten waren. So laut dass sie in mein Unterbewusstsein unauslöschlich eingebrannt waren....

1968, auf unseren Dachboden, ein antikes Röhrenradio, ich damals 10 Jahre alt, hab dort heimlich nach Musik gesucht (es gab bei uns im Haus immer Musik, aus`m Radio Umtata und Umtata, alles andere war ein schweres Tabu, ein Sündenfall par Excellence ) die mehr war, die nicht nur gut klang, sondern auch was vermittelte das mir wichtig war...

Mit dem großen Rundknopf auf Kurzwelle durch die Sender gesucht, da hats nur gegrammelt, dort nur gerauscht, da mal ein paar Fetzten, und dann...Radio Luxemburg. Eine Bombe hat eingeschlagen, da, da sang gerade einer von Zeiten die sich verändert haben, Bob Dylan hieß er ...Come mothers and fathers throughout the land and don't criticize what you can't understand... Zugegeben, damals verstand ich kein Wort, war dieser Sprache ja nicht mächtig, aber gespürt habe ich, um was es da geht. Gleich danach schlug noch eine Bombe ein, Pflegemutter hat mir eine betoniert, diese Negermusik hörst du mir nicht!

Gut, wenn das so schlimm ist dann will ich auch wissen was an dem Text so schlimm sein muß, hab mir ein gelbes Wörterbuch mit blauen L drauf gekauft, und versucht Wort für Wort zu übersetzen - Ui, das ergab keinen Sinn, wurscht, jetzt wo ich diese Sprache halbwegs verstehe, weiß ich dass Dylan zu übersetzen ohnehin eine große Hürde ist.

Unzählige Textpassagen aus unterschiedlichsten Genres blieben mir hängen, eines zum Beispiel heute, war mit den Hunden eine Runde, auf einem Schneefleck hinterließ Grisu eine gelbe Markierung... Eh klar - Frank Zappa - Watch out where the huskies go, and don't you eat that yellow snow.... gut das war jetzt nicht grad eine weltbewegende Botschaft, aber, durchaus sinnvoll.

In den späten 70igern da gabs dann die Proletenpassion, hat mich unheimlich fasziniert, die denke hat in mir sehr viel bewirkt, 28 jahre später hatte das Folgen.... Da müsst ihr aber mein Lieb fragen, welche Rolle dieses Werk spielte ;-)

Rust never sleeps, mein Pseudonym unter dem ich da schreibe, Schirmherr Neil Young...

Vor kurzem, gabs auf auf dem einzigen Sender den ich höre, es gibt nix besseres, als Ö1, eine Geburtstagshuldigung eines ganz Großen, Peter Gabriel, auch der sang für mich ganz wesentliche Sätze. Sein Song BIKO ein Absatz daraus

You can blow out a candle

But you can't blow out a fire

Once the flames begin to catch

The wind will blow it higher

Für mich, zum Teil Leitsatz geworden, nach dem ersten mal Hören, vor Jahrzehnten, beschloss ich Wind zu werden...

© rustneversleeps