Über Lehrer, Alkohol und Morgenfotographen

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Über Lehrer, Alkohol und Morgenfotographen | story.one

8 Jahre Ära gehen nun zu Ende, wie eine (jetzt schon) Ex-Klassenkameradin es bezeichnete. Die Matura ist ohne Verluste bekämpft worden und nächste Woche steht auch schon die Maturareise an. Doch was passiert zwischen Nervenzusammenbrüchen, Prüfungen und der Reise? Genau - es wird gefeiert. Und ich meine nicht die offizielle Maturafeier mit Eltern und Lehrern, sondern die Eskalation danach.

Während sich die Eltern um ca. 11 Uhr nach Hause bequemten, wurde angefangen, die Lehrer zu duzen und den harten Alkohol zu trinken. Die Klasse, mit etwa 10 Lehrern im Gepäck, begab sich in die Salzburger Innenstadt, um jetzt die Erinnerungen an den ganzen Stress der letzten Wochen wegzusaufen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sich in überfüllten Lokalen zu finden, wurde eine etwas ruhigere Bar gewählt und dem perfekten Abend stand nichts mehr im Weg.

Lehrer, die ihren Rotstift gegen ein Bier und die Klasse gegen die Tanzfläche getauscht hatten, standen vergnügt herum und redeten mit Schülern ausgelassen über alle möglichen Dinge. Doch das wichtigste: Schüler und Lehrer waren so ehrlich wie nie zuvor. Es ging nicht mehr um Noten, Sympathien oder den guten Eindruck, sondern um eine gute Zeit. Ob das dem Alkohol zuzuschreiben war, sei mal dahingestellt.

Nach mehreren Stunden, die mehrere Sperrstunden überstanden hatten, blieb nur noch der eiserne Kern der Schüler zurück - und 2 Lehrer, die erst um halb 6 in der Früh nach Hause fuhren. Die Gruppe verlor wieder an Mitgliedern. Sogar die letzte Möglichkeit nach Hause zu kommen wurde einem Klassenkameraden genommen: das Fahrrad.

Die ersten Sonnenstrahlen zeichneten sich auf dem Dom ab, als debattiert wurde, ob man heimfahren sollte oder ob die nächste Bäckerei aufgesucht werden sollte. Die Lösung: ein Spaziergang auf den Mönchsberg mit Zwischenstopp an einer Quelle. Dabei wurden nicht nur Anwohner aufgeweckt, Frühsportler belacht oder Morgenfotographen gestört, sondern auch manche etwas nass – die Details erspare ich Ihnen. Erst um halb acht morgens wurde der Spaß auch für die letzten für beendet erklärt und jeder ging seine Wege.

Zusammenfassend kann man sagen:

Lehrer sind viel netter, wenn es nicht um Noten geht, sprich niemals englische Namen vor Englischlehrern falsch aus und die besten Dinge passieren nach Sonnenaufgang, … naja, bis auf das Fahrrad.

Notiz an mich selbst: Hohe Schuhe sind der Feind und bis 8 Uhr morgens heimkommen und um 10 Uhr arbeiten müssen ist lustig – aber mit blutenden Füßen nicht empfehlenswert.

© sabi