Tatwaffe: Langeweile

Jeder Tag, jede Stunde, jede Minute, die Spanne von Sekunde zu Sekunde zieht sich lang wie Kaugummi am Schuh. Tik Tak. Einatmen. Tik Tak. Seufzen. Tik Tak. Man wagt einen Blick auf die Uhr - nichts regt sich, seit gefühlt 3 Stunden. Einatmen - seufzen. Das gleiche Spiel von vorne. Die Zeit scheint eingefroren, kurz sieht man sich um, immer noch im Unterricht.

Man stupst die Nachbarin an - lebt sie noch? Ja, nur eingeschlafen. Ein Blick in die hintere Reihe -Gelächter und tuscheln. Ein Blick an die Tafel: immer noch die gleiche Stunde. Immer noch das gleiche, langweilige, trockene Fach. Jeden Tag werden unzählige kreative, wundervolle Gedanken eines Individuums durch "Aufpassen" im Unterricht getötet, alles für die gute Note.

Im Grunde genommen quält sich ein Schüler nur durch den täglichen Wahnsinn und heuchelt Aufmerksamkeit. Das schlimmste? Zu Hause ist das "Vergnügen" noch nicht zu Ende. Ja - manchmal ist der Unterricht spannend, aber das ist von Lehrer zu Lehrer und Schüler zu Schüler unterschiedlich.

Ich versteh jetzt, nach 12 Jahren Schule, immer noch nicht, was der Großteil des ganzen Spaßes soll. Immerhin lerne ich und nach dem Test ist alles wieder futsch.

Mathe ist da ja so eine Sache... ein gutes Maß an Grundrechnung und Prozentrechnung ist überlebenswichtig, alles andere, die Buchstaben vorallem, kann man vergessen. Wissen sie denn noch, wie man genau die Parameter der Normalverteilung bestimmt? Nein? Ich auch nicht, dabei sollte ich bald eine Schularbeit darüber schreiben und in diesem Moment lernen. Stattdessen sitzte ich hier, mustere die Tatwaffe, lege sie zur Seite und schreibe.

© sabi