Das Muttergen - oder auch nicht!

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Das Muttergen - oder auch nicht! | story.one

Die Sonne scheint über den Park. Wir sind hier an der Sandkiste. Da sitzt meine kleine hübsche Tochter im Sand und ihre Schaufel versenkt sich wieder und wieder im Sand. Daneben steht ihr Kübel, der mit den Schmetterlingen drauf. Darin füllt sie den Sand ein. Sie ist grade mal 9 Monate alt, reden klappt noch nicht so gut, aber das herumlaufen schon. Besser herumlaufen als auf dem Boden krabbeln, wie eine Schildkröte. Ich lächelte in mich und erfreute mich an ihrem Anblick. Meine Tochter, Romana, wer hätte jemals gedacht, das ich dieses Glück haben würde, ein so wundervolles Wesen in meinem Leben zu haben. Jetzt in diesem Moment, hier auf der Bank nahe der Sandkiste, war die Welt einfach in Ordnung. Klar gibt es Schwierigkeiten. Klar gibt es Streitigkeiten mit meiner Frau, bestimmt auch öfter mal über das Thema Kindererziehung. Da meint sie ja, meine kluge gebildete Frau das ich viel zu nachsichtig oft bin. Frauen haben das ja im Blut. Oder?

"Guten Morgen!" ich sah hoch und neben mir stand eine etwa 29 Jahre alte Frau, mit ihrem kleinen Jungen an der Hand. "Guten Morgen.", antwortete ich mit einem freundlichen Lächeln. "Das ist Josef" dabei zeigte sie auf ihren kleinen Jungen. Er war wirklich klein, gegen Romana, doch eigentlich war Romana ja besonders groß für ihr Alter, was ja auch gleich immer die Frage nach sich zog, wie alt ist sie denn? "Hallo Josef", antwortete ich und stand auf um ihn die Hand zu geben. "Du Romana guck, das ist der Josef, magst mit ihm spielen?" wendete ich mich an meine Tochter.

Sie sah hochwarf eine Schaufel Sand in die Luft, das meiste landete natürlich auf ihrem Kopf. Natürlich. Ein langer Schritt, hinein in die Sandkiste wischte ihr langsam den Sand aus den Haaren. Dann setzte ich mich an den Rand der Sandkiste. Romana schaute sich interessiert das Spielzeug von Josef, näherte sich interessiert seinem Rechen. Den roten Rechen. Sorgsam fragte ich für sie:

"Josef darf die Romana sich den Rechen ausborgen." Er sah erst mich, dann die Mutti an, die sich mittlerweile neben mir auf den Rand der Sandkiste gesetzt hatte. Dann sah er Romana an, die sich mittlerweile am roten Rechen erfreute und damit den Sand neben Josef aufraute. "Ja Kinder, die verstehen sich oft blind." seufzte die junge Mami neben mir. "Sam übrigens, die Kleine da ist Romana." dabei hielt ich ihr meine Hand hin.

"Sara, und Josef kennen sie ja schon." bei diesen Worten seufzte sie leicht. "Ist Josef ihr erstes Kind?" fragte ich interessiert. Sie wirkte so ausgeglichen. "Ja, 9 Monate!" "Ihr Frauen tragt ja dieses Mutter-Gen in euch." "Mutter-Gen?" Sara sah mich ungläubig an. "Ihr Frauen bekommt das Kind und dann im selben Augenblick wisst ihr wie es geht, Mutter zu sein?" fragte ich. Sara lachte laut auf.

"Also ich bin Kindergärtnerin und glauben sie mir, da war nichts von Mutter-Gen zu spüren als Josef in mein Leben kam. Das ist harte Arbeit. Eine gute Mutter oder ein guter Vater zu sein, hängt einzig und alleine ob sie es wollen." "Echt?" ich lächelte. Eltern-Gen!

© Sam_Edring