Mein Wirbelwind - meine Tochter

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Mein Wirbelwind - meine Tochter | story.one

Ja das ist schon klar, das war immer so in all den 19 Jahren deines Lebens hast du das meine so oft durcheinander gewirbelt. Doch immer hattest du recht, immer war am Ende ich der beschenkte. "Papa ich will mir einen Hund nehmen." an einem gemütlichen Sonntagnachmittag im letzten Jahr saßen wir zusammen. Ich blickte auf. Direkt in die Augen meiner Tochter. "Nein, wirklich, nein" so war meine erste Reaktion. Hunde waren für mich immer ein rotes Tuch. Seit damals als ich mit 7 Jahren auf dem Weg nach Hause war und dieser riesige schwarze Schäferhund mich auflauerte und mir seine Pfoten auf die Schultern legte. Grrrrrrrr. Seither Angst nur, wenn ein Hund von weitem auf mich zukam.

Doch meine Tochter ließ keine Widerrede zu. Sie fand ihn. Sie fand den süßesten Wegbegleiter, der vorstellbar ist. Ja und dann war der Moment, wo er mir das erste Mal in die Augen sah. Wuff. Was soviel bedeuten sollte wie, wer bist denn du? Die Augen, der Blick, die selbstbewusste Haltung des Kleinen. Er eroberte im Sturm mein Herz. Wenn es die Liebe auf den ersten Blick gibt, dann hat sie mich in diesem Moment getroffen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Snoopy. So sein Name. Als wir ihn dann zu uns nach Hause geholt haben, ging er durch die Wohnung sah, sich mal alles an. Dann legte er sich nicht unweit von mir auf den Boden und stieß einen langen genussvollen Seufzer aus. Ab diesem Moment, war er in seinem neuen zu Hause angekommen. Es dauerte eine kurze Zeit, bis ich ganz zu ihm gefunden habe. Doch es stimmt schon, Hunde sind sozialisierende Wesen. Es fällt mir heute sehr viel leichter mit Menschen ins Gespräch zu finden. Erst recht, wenn sie mit einem Hund unterwegs sind. Auch umgekehrt. Wenn ich mit Snoopy, dem kleinen Bub wie ich ihn auch gerne nenne, spazieren gehe, lächeln mich oft genug hübsche Damen an.

Doch das schönste Erlebnis war wie ich ganz selbstverständlich im Hospiz auf den dortigen Therapiehund zu gegangen bin. Ganz einfach, ganz ohne angst, wie selbstverständlich. Danach war ich selbst von mir unglaublich überrascht. Die Angst vor Hunden war längst schon weg. Klar war auch, wenn ich Hunden mit Angst begegne werden sie ungut auf mich reagieren. Jetzt lächle ich die kleinen Racker an. Denke an meinen kleinen Bub, erkenne in vielen das sie genau so verspielt sind wie er und freue mich das sie mich freundlich ansehen.

Es ist und war immer schön, das meine Tochter wie ein Wirbelwind oft durch mein Leben rauscht. Sie hat einfach immer recht. Das einzusehen und mich nicht gleich reflexartig gegen Neues zu wehren, ist die neue Lebensaufgabe in meinem restlichen Lebensmomenten.

© Sam_Edring 13.04.2019