Wo ich war

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Wo ich war | story.one

Es war eine der üblichen Sommerreisen. Triest! In Gedanken versunken schlenderte ich die Promenade entlang. Dann saß da plötzlich diese Frau. Ich sah genauer zu ihr hin. Sie sah mich an. Ich kam näher und sah sie weiter an. SIE sah mich an, ich wusste es in derselben Sekunde. Liebe auf den ersten Blick. so spürt sich das also an. "Schön das Du da bist!" sagte ich und setzte mich zu ihr. Sie sah mich lange an, nickte und meinte:"Du warst lange weg!” Sofort spürte ich, dass Ihre Energie mit der meinen verbunden war. Ja ich war lange weg von meiner Mitte wo SIE immer war.

Wir nahmen uns in die Arme, als ob wir dies immer schon getan hatten. SIE sah mich an und sagte: "Du musst keine Angst haben mich zu zerbrechen." Meine Seele wurde in diesem Moment so weit, so frei. Ich fühlte wie diese Energie in mir geweckt wurde. Ich nahm SIE in die Arme und fühlte mich geborgen und gab Geborgenheit. Es war unglaublich. "Wie heißt Du?" wollte ich wissen. "Mein Name ist Eva!" "Mein Name ist Sam, aber ich mag den Namen nicht"

Eva legte mir ihren Zeigefinger auf die Lippen und sagte. "Stop, erzähl mir was du magst" "Ich mag Dich" Eva legte mir wieder Ihren Zeigefinger auf die Lippen und sagte: "Stopp, erzähl mir was Du an Dir magst" "Oh" wieder der Zeigefinger

"Ich mag meine Füße" fiel mir ein. "Na geht ja" sagte Eva und lächelte mich frech an. "Ich mag auch meine Liebe." "Ich auch." sagte Eva. Nun wir saßen da an diesem Abend bis die Sonne aufging und ich konnte nicht verstehen wo die Zeit hingegangen war. "Ich muss jetzt wieder gehen." sagte Eva und stand auf. Ich konnte es echt nicht glauben, dass wir da jetzt die letzten 5 Stunden gesessen sind, geredet, gekuschelt und geküsst haben. Als wir aufstanden und Hand in Hand zurück zum Hafen gingen, fühlte sich mein Herz so leicht an. Ich war dankbar. Wir gingen Treppen hoch. "Ich muss zu dieser Busstation da oben. Der fährt zurück zum Busbahnhof glaube ich." sagte Eva.

"Du weißt nicht mit welchem Bus du gekommen bist" "Nein" "Wo wohnst du denn?" "Hotel Residence Bonomo!" "Na dann stimmt es." Wir gingen Arm in Arm hoch und ich fühlte diese unglaublich Anziehung, ich war am Ziel meiner Träume. Plötzlich Eva sah mich an, ich fühlte Todesangst. Eva und ich standen an der Autobus Station und im gleichen Moment trat ich zwei Schritte auf die Seite. Es fühlte sich an als ob Eva mich weg schob. Im selben Moment hörte ich dieses grausame Geräusch, welches ich nie vergessen werde. Das Quietschen und dieser Geruch von verbranntem Gummi. Im nächsten Moment rammte ein Auto die Bushaltestelle und plötzlich war alles anders. ALLES!!!!! Eva lag unter dem Wagen der in die Busstation gerast war."NEIIN!!!"

Ich stürzte hin, sah wie der kaputte Kühler Evas Brust aufgeschlitzt hatte. War dann endlich bei Eva. Sie legte mir ihren Zeigfinger auf den Mund. Schmeckte ihr Blut, merkte wie die letzten Sekunden ihres Lebens zerrannen. Näherte mich ihrem Mund. "Vergiss mich niemals und finde mich ich komme wieder. Bitte!"

Noch jemand starb an diesem Tag! Meine Mutter!

© Sam_Edring 25.05.2019