Da lernst online Jemanden kennen!

Ja genau über die neuen Medien. Das Internet. Das berühmte Chatten. Schreiben. Skypen. Doch sie lebt weit weg. Naja nicht wirklich am anderen ende der Galaxie. Sie lebte in Deutschland. Wobei ist das nicht auch irgendwie ........

Aufhören.

Nordrhein-Westfalen. Dortmund!

Kennengelernt also über den Weg gelaufen sind wir uns im SecondLife! Ja klar das zweite Leben eben. Eine fast virtuelle Welt, wo es die Möglichkeit gibt sich einen Avatar herzurichten der dann so gar nicht dem entspricht was man vielleicht im wirklichen diesseitigen Leben ausstrahlt.

Oft stelle ich mir die Welt sowieso vor so wie sie in dem Film Matrix beschrieben wird.

SecondLife war immer bisserl so ein Zugang.

Die Veronika. Ja so hieß sie im diesseitigen Leben.

Es war ein besonderes Band da von Anfang an. Sie war keine von denen die Online ging um dann über Kochrezepte zu reden oder den letzten Regenschauer.

Nein sie war jemand mit ihr konnte man Träume verwirklichen.

Wir flogen rum, teleportieren nennt sich das dort, ja auch auf dem Eifelturm und Notre Dame waren wir. Oft sind wir nur lange zusammen gesessen auf einer Bank irgendwo und haben geschrieben.

Dann haben wir das erste Mal per Skype geredet. Sie hatte eine tolle tiefe Stimme.

Klar ich wie immer der große Redner. Meistens saß sie da in ihrem Lehnstuhl und hat mir zugelächelt. Weil ich ihr wieder eine aufregende Geschichte vom Alltag erzählt habe.

Im Wirklichen Leben, war sie in einer Psychiatrie als Pflegerin angestellt.

Haha das könnte jetzt ein schiefes Licht auf mich werfen, wieso sie sich für mich interessierte.

Sie hat mir öfter erzählt das der 130 kg Mann aus dem 3 Stock heute mal wieder ausgeflippt ist. Die Vorstellung das sie einen 130 kg Mann zu bändigen wusste imponierte.

Dann nach gut 1 Jahr schrieb sie mir am Morgen eine Email, sie hätte heute keine Zeit, sie würde einen Ausflug machen.

Was????

Sofort spürte ich wo dieser Ausflug hingehen würde.

Hier her nach Wien.

Mensch, das ohne vorher Tage lang zu erwägen?

Gelinde gesagt, ich war aufgeregt.

Wie ein kleiner Junge vor der zu gemachten Tür am Weihnachtsabend.

Dann SMS am Handy.

"Bin eben gelandet, magst mich abholen. Air-Terminal im 3. Bezirk"

"Klar was sonst!" war meine Antwort, zehntausendmal überlegt vorher.

Ich rein in den Bus, U-bahn, Schnellbahn. Landstraßer im 3. Bezirk raus.

Rüber zum Ausgang es Terminals.

Gewartet.

Kaum noch geatmet vor Aufregung.

Wie wird das sein?

Wie wird sie sich anfühlen?

Wie wird sie reden?

Wie wird sie riechen?

Wie, wie, wie??????

Dann plötzlich ein Schwall von Leuten.

Dann steht sie da, mit ihrem Koffer den sie nachzog.

Stand einfach da.

Ich, ohne jede Scheu, ohne irgend eine Grenze auf sie zu.

Hab sie im Arm.

Gut einfach gut fühlte sich das alles an. Gut und so richtig.

Gut und so bekannt!

Gut und so geborgen.

Gut das du da bist.

Es gab nicht eine einzige Sekunde der Distanz.

Sie war genau so wie sie immer war voll von Abenteuerlust und wild auf Entdeckungen.

Wild darauf zu sehen zu spüren zu erleben in welcher Welt ich da lebe.

© Samedring