Lampenfieber

Jeder Jugendliche beschäftigt sich in seiner Schulzeit, was er einmal werden will. Ich wollte immer zwei Richtungen einschlagen. Zu einem als Künstler mit dem Studium des Sologesangs und zum zweiten als Kultur- und Musikmanager.

Jedoch der Aspekt mit Lampenfieber zu kämpfen, war nicht vorteilhaft für eine Berufswahl in der Öffentlichkeit und auf der Bühne. Trotzdessen habe ich mich entschlossen Sologesang zu studieren und bestand die Aufnahmeprüfung. Gerade diese Entscheidung war eine glückliche Fügung. Im Studium wurde zu dem klassischen Sprechunterricht auch ein zusätzlicher Kurs angeboten, der Lampenfieber hieß. Sofort als ich dies gelesen habe, hatte ich mich angemeldet und war hoffnungsvoll dieses Problem mit Techniken in den Griff zu bekommen. Durch die ersten Stunden, die sich mit dem Thema theoretisch beschäftig haben, konnte ich noch nichts an Verbesserung merken. Doch dann kam die Stunde, die für mich in meinem Leben einen wichtigen Stellewert haben wird.

Zu dem Kurs wurde eine Kinesiologin eingeladen, die mit jedem Kursteilnehmer individuell in der Gruppe an dem jeweiligen Problem arbeiten wollte. Als ich dran kam, stellten wir uns gegenüber. Ich sollte meine Hände ausstrecken mit den Handflächen nach unten. Sie nahm meine Hände und berührte diese umkehrt mit den Handflächen nach oben. In dieser Position versetzte sie mich im Wachzustand in eine Auftrittssituation, die sich genau so unangenehm anfühlte und ich rot anlief. Danach sagte sie zu mir, dass sie nun das Problem angehen wird und die Jahre bis zur meiner Geburt zurückzählen wird.

Als sie damit anfing laut zu zählen .... 20, 19, 18, ......, 7, 6, 5, 4, und bei 4 Jahren stehen blieb, fragte sie mich, was passiert wäre. Ich erinnerte mich und sagte, dass in meinem 4 Lebensjahr meine neugeborene Schwester leider nicht überlebt hatte. Ich habe noch immer mit vielen Gedanken gespielt, was sie wohl jetzt machen würde. Sie sagte, dass ich mich noch nicht von ihr innerlich verabschiedet habe und dies nun machen sollte. Nachdem ich das getan hatte, zählte sie weiter bis 3 Wochen vor meiner Geburt. Ich sagte ihr, dass ich 3 Wochen zu früh auf die Welt gekommen war. Auch diesen Punkt hat sie dann korrigiert und brachte mich dann in den Normalzustand.

Zu dem Zeitpunkt habe ich noch nicht gemerkt, dass sich was verändert hatte. Jedoch bald kamen die nächsten Auftritte und Präsentationen und ich habe sofort realisiert, dass sich etwas verändert hatte.

Nie hatte ich mehr mit Lampenfieber zu kämpfen. Nie hätte ich aber gedacht, dass es so einen irrationalen Grund haben kann. Ab diesem Tag war es für mich immer ein Genuss auf der Bühne und vor Publikum zu stehen.

© Samo Lampichler