noch 6 Stunden Schlaf

Eine sanfte Melodie die mit jedem Takt lauter wird. Wie an weiteren vier Tagen die Woche, läutet auch heute mein Wecker zur gleichen unmenschlichen Uhrzeit. Ich werde aus dem gefühlt stärksten Tiefschlaf gerissen, meine Augen öffnen sich schlagartig und der Puls schlägt durch das unnatürliche Erwachen gleich höher. Würde jetzt ein Mammut vor mir stehen, so wäre mein Körper sofort bereit gewesen, sich diesem zu stellen. Doch jene urzeitliche Gabe währt nicht lange, meine Hand hat schon die Schlummertaste gedrückt.

Es ist fast schon ironisch, dass ich diese Worte kurz nach Mitternacht schreibe, wohl wissend, dass der kommende Tag umso schwerer wird, je später ich schlafen gehe. Doch egal wie müde sich mein Körper sich fühlt, der Geist arbeitet auf Hochtouren. Vielleicht könnte ich meditieren und versuchen jene Gedanken zu verdrängen, die mich wach halten. Doch ich will das Angefangene auch fertig denken, neue Ideen spinnen und weitere Pläne schmieden. Diesen Moment seltener Kreativität und Weitsicht würde der Schlaf bloß vorzeitig beenden.

In ein paar Stunden schon, nachdem die Schlummertaste mir zwei- bis dreimal neun Minuten zusätzliche Zeit zum Dösen geschenkt hat, werde ich gestresst aufstehen um, aufgeputscht durch den knapp versäumten Bus, überdreht in die Schule zu kommen. Schließlich sitze ich müde im Unterricht. Konzentration: Fehlanzeige.

Ich wäge ab, was mir wertvoller erscheint. Lange Gedanken zur späten Stunde oder ein ausgeschlafenes und somit fites Selbst am nächsten Tag. Ich kann mich nicht entscheiden und drehe schließlich das Licht auf. Gedachtes niederzuschreiben hat mir schon öfter geholfen.

© Sarah Schreiter