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Stärke zeigen!

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Stärke zeigen! | story.one

Wenn man mich im Zuge eines Jobinterviews einmal fragt, welche Kompetenzen ich vorzuweisen habe, kenne ich bereits meine Antwort: „Ich habe 2020 maturiert.“ Covid-19 kann man nicht ignorieren, auch in Zukunft wird diese Pandemie nicht in Vergessenheit geraten.

Egal, unter welchen Umständen die Matura 2020 in die Geschichtsbücher eingeht. Egal, ob diese besonders positiv oder überraschend negativ ausfällt. Egal, ob die Momentaufnahme der Abschlussprüfung gar nicht stattgefunden hat und eine Lösung wie die „Durchschnittsmatura“ herangezogen wurde. Wir werden der „Corona-Jahrgang“ bleiben, welcher alleine aus diesem Grund unglaubliche Stärke bewiesen hat. Unsere Matura wird nicht mit anderen vergleichbar sein.

Die Transition vom Schulleben in die Erwachsenenwelt ist auch unter normalen Umständen nicht einfach. Nun, durch Covid-19 sind wir MaturantInnen plötzlich mit zusätzlichen Krisen-Situationen konfrontiert, welche kein Jahrgang vor uns erlebt hat. Jegliche Sicherheit wurde uns genommen. Wir kümmern uns um Haushalt und jüngere Geschwister. Teilen uns den Computer für den Homeschooling-Betrieb und erledigen die notwendigsten Besorgungen für unsere Großeltern. Nachhilfestunden müssen abgesagt werden, Pläne für das Leben nach der Schule wie Auslandsjahre, freiwillige Dienste und Praktika werden verworfen. Oft weil unseren Eltern plötzlich einfach das Geld fehlt.

Trotzdem machen wir weiter. Irgendwie schaffen wir das schon. So wie Millionen andere Menschen auch, hören wir nicht auf uns durchzukämpfen. Gemeinsam finden wir Lösungen für unendlich groß scheinende Probleme.

Viel Reguläres ist momentan nicht umsetzbar. Dies betrifft wohl oder übel auch die Matura. Alleine deshalb, weil unsere jetzige Lage alles andere als „normal“ ist und nicht mit den Umständen der Zentralmaturen der Vorjahre verglichen werden kann. Für tausende Schüler rücken die Abschlussprüfungen in den Hintergrund, da Covid-19 sie und ihre Familien vor größere Krisen stellt. Besondere Anlässe erfordern moderne Ansätze. Es braucht ein Umdenken, auch in Bildungsfragen.

Niemand kann die Zukunft vorhersagen, die fehlenden Informationen ziehen uns, wie zurzeit Vielen, den Boden unter den Füßen weg. Wir schwimmen in Unsicherheit. Dabei sind wir MaturantInnen nur Eine der Unmengen von Gruppen, die momentan vor großen Herausforderungen stehen.

Doch es geht weiter! Wer jetzt nicht auf den anderen schaut, schießt sich ins eigene Knie. Vergleicht man Österreich mit anderen Ländern, so haben wir vorbildlich auf Covid-19 reagiert. Lasst uns nicht damit aufhören! Tausende Leisten mit ihren Taten täglich einen Beitrag zur Bewältigung der Krise. Keiner soll auf der Strecke bleiben. Tun wir unser Bestes, dass dies auch nicht passiert.

Ja, die Welt hat sich verändert, doch richten wir unseren Blick auf das Positive. Plötzlich ist Solidarität und Zusammenhalt keine Wunschvorstellung mehr. Bleiben wir stark!

© Sarah Schreiter 01.04.2020

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