Die Til Schweiger Story

Hamburg im Dezember. Regen, Wind und Kälte stehen an der Tagesordnung. Der Spaziergang entlang der Elbe wird zum Kampf gegen das Wetter. Hamburg ist traumhaft. Die Elbphilharmonie, die Musical-Insel, der Kiez, der Fischmarkt und natürlich König Fußball, in Hamburg wird man immer fündig. All das war natürlich an den fünf kühlen Dezembertagen inkludiert, aber es stand noch ein besonderes Ziel auf dem Zettel, und das war der Til.

So wurde schon im Vorfeld darüber gesprochen, dass ein gewisser Mime namens Schweiger ein Lokal in Hamburg eröffnet habe. Er soll dort auch regelmäßig selbst zu gegen sein und sich mit den Gästen unterhalten. Mehr brauchte es nicht und das Barefood Deli, so der Name, stand auf der Prioritätenliste ganz oben.

Barefood, da war doch was. Also ich kann mich nicht als Fan bezeichnen, ich finde nur den Barfuß-Film gut. Der Rest von ihm, naja. Vor allem die Verrohung der heiligen Kuh des Sonntags stößt mir ein wenig sauer auf. Ganz anders meine Freundin, welche sich seit ihren Jahren als Teenager dem nuschelnden Charakterdarsteller verschrieben hat und seine Filme genießt.

Zurück in Hamburg. Nach einem interessanten Vormittag an der Elbe, mit Besuch des charmanten Gewürzmuseums, welches sich in engen Räumen mit Holzvertäfelungen präsentiert, ging der Fußweg weiter Richtung Zentrum. Nach langem Marsch, bei dem sich sogar die Sonne hervorwagte (Anlass passte, wir wollten ja den Til sehen), kamen wir schließlich an. Die Einrichtung war sowohl spartanisch als auch überladen. Die Deko am Tisch ließ nicht viel Spielraum für einen zusätzlichen Salat, dafür war der Rest recht schlicht und modern gestaltet. Ansprechend allemal. Das Essen war auch ganz gut, aber das „Hauptziel“ war nicht anwesend. Mit musternden Blicken durchkreuzte sie den Raum, welcher von unserer Position aus gut einsehbar war. Auch den zweiten Stock inspiziert, nichts. Also um die Rechnung gebeten und natürlich den Kellner gefragt, wo denn der Besitzer sei. Tatsächlich bekamen wir Auskunft darüber, dass er am Abend vorhat, das Lokal zu besuchen. WOW!

Der Nachmittag verlief recht ruhig, es stand nicht viel am Programm. Kaffee trinken, Atmosphäre genießen, Zeit zu zweit. Und immer wieder die Frage „Abend, was heißt Abend?“.

Also abends, so gegen sechs, wieder zurück im Lokal. An der Bar ein Tils bestellt. Semi-intelligentes Wortspiel auf das bestellte Getränk, es war ein Pils. Und dann war es soweit. Nach dem zweiten Tils informierte uns die Kellnerin darüber, dass Til Schweiger anwesend war. Dann sahen wir ihn, die Kellnerin lotste ihn zu uns. Nette Begrüßung, ein Foto mit meiner Freundin, sah sehr hübsch aus. Nervös stand sie da, nicht sicher in ihren Bewegungen, aber ob der zwei Tils von Leichtigkeit erfüllt. „Und schmeckt das Bier?“, fragte ein lächelnder Til Schweiger. „Ja“, kicherte sie. Hat wohl ihre leichte Fahne gerochen, dachte ich mir. Dann die Verabschiedung und wir blieben an einem kleinen Tisch am Fenster zurück.

© Schreiberling