Sie ist wieder da

Es war schon eine besondere Zeit als der Name Seesternfrau geboren wurde. Damals, als vieles begann, als das Internet noch jung war und die Menschen ihre ersten Gehversuche in der digitalen Welt unternahmen. Als man noch unbedarft und unvorsichtig die ersten Sätze und Statements in irgendwelche Foren schrieb. So auch ich, als ich mich bei einer Tageszeitung registrierte und begann, eine Entdeckungsreise durch einen sogenannten Blog zu starten.

Schräge Charaktere waren dort anzutreffen. So z.B. eine konservative und spaßbefreite Lehrerin oder ein Mann, der sich als Dichter bezeichnete, mit jedem den Kontakt suchte und irgendwann mit jedem aneckte. Auch die farbenbegeisterte und positiv denkende Malerin und ein Universitätsprofessor waren sehr aktiv. Dann waren da noch ein kluger, ständig aufbegehrender, aber auch aufzeigender Mann und eine Frau, die irgendwie wie eine Aussteigerin wirkte, warmherzig und kreativ und anders als alle anderen. Natürlich waren noch einige mehr schreibend unterwegs und es entstand so etwas wie ein großer Kreis von unbekannten Bekannten.

In diese illustre Runde stolperte ich, die Seesternfrau. Wir schrieben, wir teilten Fotos, wir kommentierten und tauschten uns aus, wir diskutierten, stritten und versöhnten uns. Nach einer Zeit entstand bei einigen das Bedürfnis, sich kennenlernen zu wollen und ein Treffen wurde organisiert. Es war schon eine spannende Sache die Menschen, die man auf virtuellem Weg kennengelernt hatte, im wirklichen Leben gegenüber zu stehen. Einige waren sehr symphatisch, andere weniger. Es kamen bei den nachfolgenden Treffen auch immer wieder Leute dazu und es fielen wieder welche weg.

Das alles ist nun ca. 15 Jahre her und was ist für mich übriggeblieben aus dieser Zeit des ersten digitalen Schreibens? Es ist eine innige und tiefe Freundschaft mit zwei Menschen aus dem damaligen großen Kreis - einem Mann und einer Frau, die mittlerweile verheiratet sind und ihren Platz in jeder Beziehung gefunden haben. Zwei Menschen, die ich mir aus meinem Leben nicht mehr wegdenken kann und mag, weil sie mein Leben unglaublich bereichern, mein Ankerpunkt sind und mich niemals bewerten, egal welchen Unsinn ich anstelle. Es verbindet uns die Achtung voreinander und tiefster Respekt, ebenso das Gefühl, uns absolut zu verstehen und uns so sein lassen zu können wie wir eben sind, auch wenn wir total verschieden sind. Und ja, er begehrt noch immer auf und sie hat nichts von Ihrer Warmherzigkeit verloren!!

Der Name Seesternfrau hat in diesem Zusammenhang also eine gewisse Bedeutung für mich. Und jetzt, nach so langer Zeit, möchte ich ihn wieder verwenden. Sie ist wieder da, die Seesternfrau!

© Seesternfrau