Walk & Travel - oder Work & Travel?

Ja, was denn nun? Ist der Unterschied wirklich so groß? Walk = gehen, wandern, pilgern. Travel = Reisen. Work = Arbeit, Beschäftigung. In der Kombination gesehen als Ganzes, einheitliches. Ohne festen Standort sich auf eine Reise begeben, nachdem ein solides, bodenständiges Leben ein Leben lang gelebt wurde. Wer ist denn so verrückt? Nicht ganz spontan jedoch mit bedacht! Ein wenig Mut, etwas Geld und eine Portion Optimismus. Nicht ganz der Realität fremd, ausgehend stets vom schlimmsten was passieren kann. Ohne Netz und doppelten Boden. Im Gepäck ein wenig zur Gegenwehr, Zelt, Schlafsack, Kosmetika (viel zu viel!) Bekleidung nebst einem groben Plan: Voluntary Work gegen freie Kost und Logie + ein kleines Taschengeld! Bei Handwerkern, insbesondere Zimmerleuten auch als "auf der Walz" bekannt oder bei jungen Menschen als "Auslandserfahrung, Au-pair" bekannt. Wiederum bei dem ein oder anderen als "mal ein Jahr Auszeit, Pilgerreise, freiwilligen Arbeit im Ausland" bekannt. Ja, was genau war es denn nun, dass die von SEMIRA FELLARI erfundene Elvira Work & Travellerin Ihr Leben in Deutschland als waschechte Rheinländerin aufgab, dem Vermieter im Juli 2018 den Wohnungsschlüssel in die Hand drückte, brav noch das Wohnungsübergabeprotokoll unterschrieb sodann als Backpacker mit einem Bus zum Köln-Bonner Flughafen fuhr, um dort spontan zu entscheiden, in welches Land sie wohl nun mit dem Flixbus verreisen möge? Das erste Wagnis in ihrem Leben, noch nicht ganz bewusst, dennoch höchst real bewusst an der Bushaltestelle stehend am Köln-Bonner Flughafen und schauen, wohin die Reise geht. Es ist schon 18 Uhr am Abend. Viele Fahrten scheinen mir leider nicht zur Auswahl zu stehen. Paris, Berlin, München, Zürich ... Zürich! Zürich? Ich schwankte noch ein wenig zwischen München, um von dort aus nach Salzburg zu fahren, da ich Salzburg im April 2018 als kurzen alleinigen Urlaubstrip bereits kennenlernen durfte. Ein paar Tage, spontan mit Übernachtung im Hostel Yoho. Empfehlenswert! Mein Auto hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits verkauft, so gönnte ich mir den Flug im April 2018 von Köln nach Salzburg. Österreich ist auch ganz nett, dachte ich. Aber in der Schweiz bin ich immer nur gewesen, wenn wir nach Italien oder damals noch Jugoslawien gefahren sind. Zürich! Was habe ich zu verlieren? Immer noch nicht ganz dem bewussten "tun" ohne Netz und doppelten Boden im Background wahrnehmend, jedoch vollkommen der Realtiät gegenüber stehend, mit allem was passieren könnte, ausgehend von allen schlimmen Szenen, die es gibt. Dem gegenüber stehend - Gedanken der Abwehr, z. B. in der Dunkelheit nicht mehr alleine unterwegs zu sein, Szenetreffs vermeiden, an Bahnhöfen (vor allem) "Rundumblick", gut besuchten sauberen Zeltplatz wählen, nahe an der Lichtquelle, Zelt von innen mit Schloss versehen, usw. Zürich! Um 23 Uhr Abfahrt in Köln! Ankunft am nächsten Morgen um 10:30 Uhr in Zürich. So sollte meine Reise per Pedes nun beginnen!!

© SEMIRA FELLARI