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Drei sind einer zu viel?

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Drei sind einer zu viel? | story.one

Von Kindesbeinen an habe ich eine Freundin. Sabine. Wir sind wie Schwestern aufgewachsen, gingen durch Dick und Dünn und schwärmten oft für denselben Jungen. Bis heute waren unsere Leben ziemlich parallel verlaufen, bis sie mich gestern in ihre neue Wohnung einlud.

Schnaufend war ich gegen 15:30h im dritten Stock angelangt. Der Aufzug war außer Betrieb und so hatte ich mich wohl oder übel für die Treppen entscheiden müssen. Sabine hatte schon vor ihrer Wohnungstür gewartet und mich breit angegrinst. Jaja, sie hat mit ihrem sportlichen Körper natürlich keine Probleme in diese Höhen vorzudringen - ich dagegen schon. Schließlich bin ich nicht die Dünnste. Trotz der kleinen, nonverbalen Neckerei begrüßten wir uns herzlich wie eh und je mit einem Küsschen. Sabine bat mich herein und ich betrat staunend die kleine, aber dennoch feine Wohnung. Alles war in geschmackvollem Orange-Braun gehalten und strahlte einladende Freundlichkeit aus. Die Vorhänge, die Teppiche, die Tassen auf dem Tisch - alles passte perfekt in das Farbschema. So auch der Pulli des Mannes der am bei Tisch saß und Kaffee trank. Ich warf Sabine mit großen Augen einen Blick zu. Wer war der Typ? Sie lächelte: "Darf ich dir Adam vorstellen?" Der Mann um die 50 erhob sich und schüttelte mir freundlich die Hand. Ich lächelte, war aber völlig überfordert. Seit wann hatte Sabine denn einen Freund? Und warum wusste ich als ihre beste Freundin nichts davon? Nach anfänglichem Schock, war die Atmosphäre nach einer Stunde wesentlich lockerer geworden. Adam schien ein netter Typ zu sein. Er war Scheidungsanwalt, zweimal geschieden und offensichtlich überglücklich mit Sabine. So wie auch sie mit ihm. Ich freute mich inzwischen für die beiden und sah über den leichten Groll hinweg, den ich spürte weil sie mir nicht früher gesagt hatte, dass sie in einer Beziehung war.

Gegen 17h öffnete sich schließlich die Wohnungstür und ein junger Mann trat herein. Ich schätzte ihn auf 20 oder 22. Aber wer war er und warum hatte er offensichtlich einen Wohnungsschlüssel? Sabine stand auf, ging auf ihn zu und küsste ihn innig und stellte mir den jungen Thai als Somanas vor. Jetzt war ich baff. Was wurde hier gespielt? Wollte man mich auf den Arm nehmen? Wo war die versteckte Kamera?

Später am Abend saßen Sabine und mein völlig verwirrtes Ich gemeinsam auf dem Sofa. "Du hast mich echt überfordert heute. Warum hast du mir nichts gesagt?", fragte ich enttäuscht. Daraufhin erklärte mir Sabine, dass sie Angst gehabt hatte. Sie wusste nicht wie ich auf ihre Liebe zu zwei Männern reagieren würde, glaubte ich würde sie verurteilen. Vor allem weil der eine 20 Jahre älter, der andere 10 Jahre jünger sei. Sie wusste um meine Vorbehalte, was großen Altersunterschied betraf. Dann trat Stille ein. "Was sagst du?", fragte sie unsicher.

Was ich zu all dem sagte?

"Egal wen du liebst und wie viele, du bleibst meine Busenfreundin!"

Hauptsache sie war glücklich!

© Shemaria 13.02.2020

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