In die Haut gebrannt...

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Ich liebe Rosen, vor allem rote Rosen. Im Sommer könnte ich Stunden damit verbringen ihnen beim Blühen zuzusehen. So habe ich vor einem halben Jahr den Entschluss gefasst, die Rosen zu verewigen. Nicht etwa mit einem Foto oder eine Zeichnung auf Papier. Nein, ich wollte sie mir in die Haut brennen lassen. Ich wollte ein Tattoo meiner liebsten Blumen!

Lange habe ich überlegt wohin ich das Kunstwerk haben wollte. Sollten sie sich meinen Arm hinaufschlängeln oder von meinem Fuß aus über mein Bein wuchern? Vielleicht war ja die Rückhand oder der Nacken der richtige Ort dafür? Nach langem hin und her entschloss ich mich schließlich für den unteren Rücken.

Als ich meinen Entschluss meiner besten Freundin erzählte, war sie perplex. "Was? Du willst dir ein Arschgeweih stechen lassen?", fragte sie völlig schockiert. Daran hatte ich überhaupt noch nicht gedacht. Natürlich kannte ich die vulgäre Bezeichnung für ein Tattoo an dieser Stelle, nur war sie mir durch meine Begeisterung, eben diesen Fleck meines Körpers tätowieren zu wollen, nie in den Sinn gekommen! Sollte ich all meine Pläne wieder verwerfen, obwohl es einfach perfekt wäre? Zweifel nagten an mir. Wenn meine beste Freundin schon solche Vorbehalte hatte, dann würden andere Leute sicherlich noch blödere Kommentare dazu abgeben.

Nach langem Überlegen habe ich es mir schließlich stechen lassen. Genau dort, wo ich es wollte. Über meinem Hintern, unter meinem Rücken. Und ich liebe es! Bis jetzt fand es jeder einfach wunderbar gelungen und niemand hat sich über die Stelle lustig gemacht!

© Shemaria