Nebenjob und dessen Folgen

Ich hatte einen guten Job und einen Nebenjob. Unter der Woche sorgte ich dafür, dass die Besucher die Kunden und die Angestellten einer Firma mit köstlichen Speisen bei Laune gehalten wurden. Die Firma hatte mit Delikatessen zu tu, genauso speziell war die Werkskantine die eher mit einem Luxusrestaurant zu vergleichen war. Ich sorgte also dafür, dass die Kunden und Besucher die Qualität der angebotenen Ware erkannten und kauften. Die Belegschaft profitierte vom hauseigenen Gourmetservice.

Mein Nebenjob war finanziell sogar lukrativer, aber nur am Freitag- und Samstagabends.

Ich arbeitete in einem noblen Swingerclub. Das Etablissement nannte sich zwar nicht so, war aber nichts anderes.

Ich stand hinter der Bar und sorgte notfalls auch für Essen, die leckeren Kleinigkeiten kochte ich nebenhehr.

Die Damen und Herren vom Servicepersonal, waren Handverlesen. Alle mit guten Manieren, höflich, diskret und durch die Bahn alle schlank, trainiert und sehr gepflegt. Wir waren freizügig gekleidet aber nicht zu freizügig. Die Damen trugen ein kleines Schwarzes mit erotischen Details, die Herren enge schwarze Hosen, Leder oder Jeans, ein Gilet und eine Fliege.

Uns war ein Kontakt zu den Kunden über den Job hinaus verboten. Trotzdem bekamen wir Telefonnummern zugesteckt.

Nun ist es so, wenn du in so einem Club arbeitest, begegnest du irgendwann jemanden, den du kennst. So war es auch bei mir. Eines Samstags stand plötzlich mein Chef von Hauptjob vor mir.

Es war SM Abend und der Boss hatte nicht viel mehr an, als ein Hundehalsband und einen Maulkorb. Seine Begleiterin, übrigens nicht seine Frau, war in Leder gekleidet und auch ohne die hohen Absätze mindestens einen Kopf größer als er.

Der Mann war hochrot angelaufen und versuchte mich mit seinen Blicken zu erdolchen. Ich behandelte die beiden wie alle anderen Gäste, lies mir nicht anmerken, dass ich den Herrn Kommerzialrat täglich sah. Ahnte aber schon schlimmes und so kam es auch.

Montagmorgen stürmte der nun vollständig bekleidete Chef in meine Küche und meinte, was ich mir einbilde, einen zweiten Job zu haben, dies sei nicht gestattet. Nun hatte ich aber eine Erlaubnis und die schriftlich. Ich aber fragte ihn, wovon er spreche. Er meinte ich wisse es genau, er hätte mich ja am Samstag gesehen. Ich darauf, das muss wohl einer meiner Cousins gewesen sein, die sein in einigen Lokalen tätig, welche wisse ich aber nicht so genau. Alle groß und alle ziemlich ähnlich.

Es half nichts einige Wochen danach suchte ich mir einen neuen Job. Ich habe keinem der Kollegen auch nur ein Wort erzählt. Trotzdem war das Misstrauen geblieben.

Jahre später habe ich seine, da schon Ex Frau getroffen, diese hat mir erzählt, dass sie von den Eskapaden ihres Mannes aus einer anderen Quelle erfahren hatte. Verdächtigt wurde aber ich.

Ich machte den Nebenjob noch einige Jahre und traf noch andere Leute die ich kannte, darunter einen Verwanden und andere Persönlichkeiten, die man dort nicht erwartet hätte.

© Siegfried Czeczelich