Nein das tun sie nicht

Ich wurde einmal zu einem Wespennest im 6. Stock eines Hauses gerufen.

Die Bewohnerin öffnete mir schon sichtlich nervös und zeigte mir das Nest welches vor dem Fenster hing.

Ich wollte gerade das Fenster öffnen als sie mich mit einem Schrei stoppte. „Nein das Fenster bleibt zu!!“

Ich erklärte der Frau, dass ich das Fenster öffnen müsse um an das Nest zu kommen. Doch die Dame blieb dabei das Fenster bleibe verschlossen wie die Tore zum Tresor von Fort Nox.

Ich erklärte der Bewohnerin, dass Fenster das einzige in diese Richtung sei und ich mich schlecht vom Dach wegen eines Wespennestes abseilen könne. Doch die Antwort blieb dieselbe „Das Fenster bleibt geschlossen!“

Ich nahm dies zur Kenntnis und wollte mich verabschieden, da ich nichts für die Dame tun könne, da ich ja das Fenster nicht öffnen dürfe!

Da stand die Bewohnerin vor der Tür welche sie locker ausfüllte und meinte „nicht bevor sie die Wespen nicht getötet haben!“

So begann das Spiel vom Anfang an, Das Fenster durfte nicht geöffnet werden aber ich dürfe erst gehen wenn ich die Wespen erledigt hätte.

Die Diskussion endete nach 10 Minuten als der Gatte der Dame heimkam.

Der Mann das Gegenteil seiner angetrauten um mindestens einen Kopf kleiner und nicht einmal die Hälfte des Gewichtes, hörte sich den Sachverhalt ruhig an und sagte dann, sehr ruhig aber sehr scharf, im breiten Wiener Dialekt zu seiner Gattin „schleich di ausse und bleib in da Kuchl!“ und zu mir sehr freundlich „Tschuidigung Masta, sie is zwoa a großes Madl oba bei de Vicha hots schiss ois waratns Monsta!“

Das Wespennest hatte ich in 2 Minuten erledigt, ohne dass sich eine Wespe in das Zimmer verirrte.

Der Hausherr verabschiedete mich mit einem guten Trinkgeld und noch einer Entschuldigung.

Einige Jahre später, traf ich die beiden wieder, die Gattin führte zwei Dogo Argendinos an der Leine und verstand wie sie mir bei einem Gespräch erklärte nicht wie man vor so netten Hundchens Angst haben konnte.

Da brach zuerst bei ihrem Mann dann bei mir ein Lachanfall los.

© Siegfried Czeczelich