Zugfahrt in die Jugend

Hallo ich bin Styrian Spirit Pepper für meine Freunde einfach Pepper.

Ich bin ein fast 7 Monate altes Airedale Terrier Mädchen, vom Beruf bin ich eine Nase oder wie ihr Zweibeiner sagt ein Spürhund. Ok ich bin gerade in der Ausbildung.

Eigentlich schreibt mein Boss hier, aber manchmal schreibe auch ich ganz gerne meine Erlebnisse auf! Auf meine FB Seite hab ich dabei mehr Likes als der Boss.

Warum ich Boss und nicht Herrchen sage? Ganz einfach ich arbeite ja für ihn oder besser ich werde es in etwa einem halben Jahr tun.

Ich möchte von meiner ersten U Bahnfahrt erzählen die ich heute Vormittag erleben durfte.

Eigentlich war ich nicht begeistert, denn der Boss hatte das unangenehme Ding dabei, welches er Beißkorb nennt, als würde ich jemanden beißen.

Wir gingen in ein seltsames Gebäude dann hoch da warteten Menschen ein Zug fuhr ein, ähnlich wie die auf der Straße aber doch abgeschirmt von dieser. Der Zug fuhr wieder ab und wir standen immer noch da.

Plötzlich stand eine ältere Dame neben uns und sah mich verzückt an. „ein Airedale Terrier, wie schön, die sieht man so selten! Mein Großvater hatte immer welche!“ In den Augen der Dame sah ich viel Zärtlichkeit und etwas anderes, eigenartiges, was mich, die ich normalerweise sehr wild bin, lammfromm werden ließ.

Die Dame stieg mit uns in den einfahrenden Zug ein und setzte sich zu uns.

Sie erzählte von Arko der ihr erster vierbeiniger Freund wurde, mit ihr herumtollte und sie beschützte. Von der Trauer als Arko nicht mehr war und von Rigo den sie schon als Welpen kannte und der die Beschützerrolle übernahm. Wie Rigo ihren Verehrer verscheuchte und was für tolle Hunde sie waren. Die ganze Zeit streichelte und graulte sie mich dabei! Ich vergas sogar meinen Beißkorb der mich sonst stört.

Der Boss fragte sie ob Rigo alle Verehrer so behandelte und erntete ein sanftes Lächeln. „Ja er hätte es versucht aber der erste den er vertrieben hat ist tapfer wieder gekommen und hat sich die Zuneigung sowohl vom mir als auch von Rigo erkämpft!“ Bei den Worten wurden die Augen meiner Wohltäterin feucht, nicht Trauer eher vor Rührung.

„Ich hab ihn geheiratet und wir waren fast 60 Jahre zusammen, ich habe ihn gerade besucht und eine Kerze angezündet.“

Die Dame musste an derselben Station aussteigen und streichelte mich zum Abschied mit den Worten „Pepper ich danke dir dafür, dass ich meine Jugend wieder gespürt habe!“

Dann ging sie ihrer Wege und ich fand sie hatte einen sehr beschwingten jugendlichen Schritt als sie so davonging.

© Siegfried Czeczelich