Der Schabernack

war die Würze unserer Freundschaft. Wenn beispielsweise Eine, an einem Preisausschreiben teilnahm, um ein Auto zu gewinnen, hatten die Anderen nichts Besseres zu tun, als herauszufinden, wann der Gewinn ausgelost werden würde.

Dann setzten wir einen Brief mit dem entsprechenden Briefkopf auf mit „…Sie haben gewonnen, bitte füllen Sie den beigefügten Fragebogen aus…

Der Fragebogen fragte nach Farbe des Lackes, Farbe der Sitze usw.

Schon bald kam dann die telefonische Rückmeldung…

Wie auch immer- wir legten uns immer wieder gegenseitig rein.

Spielregel: Nachtruhe einhalten, kein Schaden zufügen.

Eines Tages, ich war vom Nachtdienst nach Hause gekommen, machte mich Bett fein und kuschelte mich ein. Als ich gerade am Weg der Träume war, läutete das Telefon.

„Grüß Gott- Kommissariat X,…“

„Ich schlafe, verarscht mich wenn ich ausgeschlafen habe!“ - Ich lege auf.

Da läutet es schon wieder.

„Lasst mich in Ruhe!“ - Lege wieder auf.

Zehn Minuten später- es klingelt schon wieder- ich bin müde und grantig.

Ob es nutzt, wenn ich mir den Unsinn anhöre?

„Was ist?“

„Legen Sie bitte nicht auf- sie müssen auf das Kommissariat X kommen, wegen einer Aussage…“

„Ich sag es nur noch einmal friedlich- haltet euch an die Abmachung- ich schlafe jetzt und die Idee ist nicht witzig!“

„Ich bin echt! Nebst der Aussage, bekommen Sie noch ein Bußgeld, weil sie gegen die Meldepflicht verstoßen haben.“

„Jetzt reicht´s mir- gib mir deine Telefonnummer du Komiker. Welche von den Damen, hat dich überredet, mich zu verarschen?“

Er gibt mir die Nummer und ich rufe zurück.

„Hallo“- meldet er sich.

„Na bravo- so meldet sich keiner bei der Polizei! Hab mich gern!“ - Lege wieder auf.

Eine halbe Stunde später, war wieder mal beim Einschlafen- richtig – es läutet!

Diesmal ist eine Frau am Telefon- die Stimme ist mir unbekannt.

„Wir sind wirklich von der Polizei- legen sie bitte nicht auf. Sie arbeiten im Lokal Y, und wurden als Zeuge für den Vorfall vom … genannt.“

Jetzt wusste ich, dass der Anruf echt war, da die Freundinnen davon nichts wussten.

„Oh, entschuldigen Sie- ich erklärte warum ich ihren Kollegen nichts glaubte- aber was soll das mit dem Meldeverstoß?“

Sie lacht- „Das ist geklärt, ihr Dienstgeber hatte uns die Adresse vom Gesundheitszeugnis gegeben, da steht die alte Adresse- die Abfrage hat ergeben, dass sie eh alles erledigt haben. Ich bin nur froh, dass sie uns endlich glauben. Haben sie heute Zeit?“

Ich tat um 20 Uhr meine Pflicht und fuhr zum vereinbarten Termin.

© Sirius