Flash Mob

Drauß´n riachts, drinnan stinkts und i steh in da Mittn´. Mit der Ambros Melodie und eigen Text von „Zwickts mi“ im Gedanken sind die Öffis etwas erträglicher.

Da ich wieder einmal die U-Bahn ohne Klimaanlage erwischt habe, öffne ich das ohnehin schmale Fenster. Eine etwa 20jährige, gerade mit Fassadenarbeit beschäftigt, sieht mich böse an, steht auf, schließt das Fenster- „Da zieht´s!“ Gefühlte 60 Grad…

Weichgekocht, steige ich in die Straßenbahn um- ganz modernes Gerät, sollte Klimaanlage haben.

Es kommt heiß raus- Fahrer: „Da ist was kaputt!“ Ich denke mir, ja ich auch gleich- das Deo hält.

Dazwischen geht es dauern piep, piep, piep „Sie verhindern die Abfahrt“, in Sprachen die ich nicht verstehe wird in das Handy gebrüllt, mitten im Berufsverkehr müssen natürlich alle mit Kinderwagen, wenn möglich Doppeldecker oder Long Vehicle mitfahren. Die Mütter telefonieren, dass Kind schreit und droht schon fast zu ersticken.

Es steigt ein ungepflegter Mann ein- der Geruch wird schlimmer, denn er greift nach dem Haltebügel.

Und dann fangen die Tagträume an. „Des tat mi echt juckn“! ´

Die Reinigungskräfte statt mit Schaufel und Besen, mit einem Kübel Seifenwasser, einer Klobürste und Deo ausrüsten- da würden die Stinkomaten schön schauen, wenn man sie abschrubbt.

Scheibe einschlagen bei Gefahr- oh, ja- ich drohe zu ersticken, also Scheibe baba.

Das Fahrzeug so isolieren, dass man keinen Handyempfang mehr hat.

Doch mein größter Traum wäre es, wenn Eltern hemmungslos telefonieren und sich nicht um ihr Kind kümmern- dann müssten alle sofort aus voller Kehle mitschreien- ein richtiger Flash Mob.

Endlich bin ich am Ziel und wieder in der Realität. Am liebsten würde ich mich jetzt kalt duschen und denke mit Grauen an die Heimfahrt.

Wie das die Fahrer der Öffis aushalten, ist mir ein Rätsel. Ich würde vermutlich nach einer Stunde übler Gerüche, piep -piep –piep, „verzögern die…“, usw. in der Zeitung stehen.

© Sirius