two beers or not two beers

Ich hatte Bardienst, als zu später Stunde zwei Amis das Lokal betraten. Sie setzten sich an die Bar und bestellten zwei Bier. Sie waren gut drauf, machten Späße und so machte ich mit. Als das Bier fertig gezapft war, stellte ich es mit den Worten: „Two beers or not two beers“ hin. „Oh, Shakespeare!“ „Okay“, ich lachte und begann die Gläser zu schütteln. Die Beiden lachten, ich putzte die kleine Sauerei weg und wir blödelten bis zur Sperrstunde.

Bevor sie gingen, reservierten sie beim „Funny Girl“, noch einen Tisch für 20 Personen für den nächsten Abend. Ich sollte 20 Steaks und viel Whiskey bereithalten.

Ich wusste nicht recht, ob sie das ernst meinten. Vorsichtshalber gab ich die Bestellung an die Küche weiter und trug das Stüberl als reserviert ein.

Meine Kollegin, die für das Stüberl eingetragen war, verweigerte die Reservierung- „Das kannst dir selber machen!“

Die Amis waren pünktlich, freuten sich über die georderten Steaks, leerten 4 Flaschen Whiskey, nebst vielen Hopfenkaltschalen und blödelten ausgelassen herum. Das Trinkgeld war fürstlich (20% vom Umsatz) und meine Kollegin ärgerte sich. Der Trupp reservierte die ganze Woche, wollten jedoch nur von mir bedient werden.

Nach und nach stellte sich heraus, dass die Amis beruflich in der Stadt waren. Sie drehten den Film „Die 3 Musketiere“- teils in Wien, teils in Niederösterreich.

Als sie den Dreh im Burggarten hatten, luden sie mich ein- „Schau vorbei, wenn wir fertig sind, darfst du dir ein Kleid aussuchen!“

Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Ich besuchte den Drehort für 2 Stunden. Die Kostüme waren wunderschön- Szenen wurden teilweise oft wiederholt- spannend war es allemal- wer kann schon einen Dreh aus Hollywood in Wien besuchen!

Als ich den Burggarten verließ, wollte ein Journalist wissen, wie ich es schaffte, da rein zu kommen. „Sie müssen nur lustig sein, Steak/Bier und Whiskey servieren!“ antwortete ich.

Er glaubt wohl bis heute, dass ich ihm verarscht hatte.

Ach ja, ich nahm mir kein Kleid mit. Wo sollte ich es aufbewahren? Für ein Faschingsfest, wäre es jedenfalls zu schade gewesen…

© Sirius