Schuss in den Arm

Mein Uropa, der im August 1923 geboren wurde, war bereit mir einige Fragen zu beantworten. Der Hausname war Schuster und er hatte 9 andere Geschwister, davon leben mittlerweile nur mehr er und die Frieda, die auch schon 96 Jahre alt ist. Mein Uropa ist der Jüngste der 10 Kinder, er musste aber mit 4 Jahren von daheim weg. Seine Familie konnte nicht so viele Kinder ernähren und somit musste er zu einem Bauern in ein anderes Tal.

In seinem alter konnte er noch nicht viel helfen und wurde deshalb viel geschlagen und nach ca. 1,5 Jahren musste er zu einem anderen Bauern. Da er schon älter war, konnte er schon etwas mehr leisten und da es dort keine Mädchen gab, musste er den Mägden bei der Hausarbeit helfen. Mit der Zeit wurde er kräftiger und musste somit bei der Hofarbeit helfen. Er musste meistens die Kühe holen und den Stall ausmisten.

Für ihn war es besonders schlimm, im Sommer auf der Alm zu hüten. Mit 12 Jahren wurde er geschickt und musste mehrere Tage allein im Gebirge in einer kleinen Hütte schlafen, bis der Krieg kam, dachte er, er hätte ein armes Leben. Meinem Uropa wurde in den Oberarm geschossen, er sagte:‘ Zuerst habe ich es nicht richtig realisiert und dann auf einmal ist mir schlecht geworden und ich hab die Wunde gesehen und dann bin ich nur noch zurück gerannt, irgendwann wurde mir schwarz vor Augen und ich fiel in Ohnmacht.‘

Aufgewacht bin ich dann in irgendeinem Krankenhaus, wo genau das war, weiß ich nicht mehr. Nun konnte ich nach Hause. Später wurde ich wieder eingezogen und dieser Einsatz endete in Finnland, wo wir aber wieder freigelassen wurden zum Ende des Kriegs. Im Krieg gab es nur sehr wenig Essen 3mal die Woche gab es eine Zigarette zu Mittag zum Essen. Irgendwie überlebten wir es aber doch. Zuhause gab es meist nur Suppe, außer im Winter gab es einmal pro Woche Fleisch.

Mein Uropa sagt er möchte den Krieg kein zweites Mal erleben.

© Speedygonzales