Glück durch Pech beim Schikurs

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Glück durch Pech beim Schikurs | story.one

Wir fuhren mit dem Zug von Wien nach Radstatt und anschließend mit einem Bus nach Obertraun. Da wir alle viel Gepäck wie Schi, Stöcke, Schischuhe und einen großen Rucksack mitschleppen mussten, war das sehr anstrengend.

Als wir in der Pension in Obertraun angekommen waren, wurden wir in die Zimmer mit je zwei Stockbetten aufgeteilt. Ich durfte mit meinen drei besten Schulfreunden in einem Zimmer schlafen.

Am nächsten Tag mussten wir auf einem kleinen Übungshang unser Können auf Schi zeigen und wurden darauf in einzelne Gruppen aufgeteilt. Ich kam in die Gruppe zwei. Die besseren Schifahrer durften in der Gruppe eins fahren. Unsere Gruppe bestand aus sieben Schülern und unserem Schilehrer Klaus, der Sport studierte.

Der Tagesplan war fast immer gleich. Um 8 Uhr gab es Frühstück und von 9.30 bis 11.30 Uhr fuhren wir am Vormittag über die Hänge. Nach dem Mittagessen ging es wieder los. Von 14 bis 16 Uhr waren wir wieder auf den Schiern. Nach dem Abendessen hatten wir Freizeit. Wir spielten Karten, erzählten uns Witze oder vergnügten uns mit den Brettspielen von der Pension, denn es gab Handyverbot.

Die ganze Woche herrschte schönes Wetter und wir fuhren gemeinsam sehr viele Abfahrten. Immer wieder machten wir Pausen und Klaus zeigte uns dabei viele Einzelheiten, wie wir unser Können auf Schi verbessern konnten.

Am letzten Tag ist unsere Gruppe am Vormittag gemeinsam eine lange Abfahrt gefahren, um für das Abschlussrennen am Nachmittag noch zu trainieren. Dabei geschah mir ein Missgeschick! Ungefähr 150 Meter vor dem Ende der Abfahrt kam ich von der Piste ab und baute einen fürchterlichen Sturz. Ich weiß nicht warum, aber als ich mich vom Schnee befreit hatte und wieder durch die Schibrille schauen konnte, sah ich einige Meter vor mir einen sehr verbogenen blauen Schi. Das konnte nur mein Schi sein! Gott sei Dank tat mir nichts weh! Ich krabbelte auf und sah meine Freunde und Schilehrer Klaus mit verdutzten Gesichtern um mich herum stehen. Als sie bemerkt hatten, dass ich nicht verletzt war, lachten sie erleichtert auf. Der kaputte rechte Schi war nicht mehr zu retten. Traurig stieg ich mit einem guten und einem kaputten Schi die letzten Meter zur Talstation ab, wo mir Klaus die Bindung von den Schiern abmontierte. Die Brettl`n waren ja nicht mehr zu gebrauchen! Dabei fiel mir ein, dass ich jetzt am Nachmittag beim Abschlussrennen nicht teilnehmen konnte. Ich war daher der einzige Zuseher und jubelte allen Schulfreunden zu.

Erst bei der Heimfahrt bemerkte ich, dass ich trotz meines Pechs auch Glück gehabt habe. Erstens war mir nichts passiert und zweitens musste ich für die Heimfahrt nur mehr die Schistöcke tragen, die Schibindungen hatte ich im Rucksack verstaut.

© Sridi